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Schäuble-Aussagen drücken Dax ins Minus

Frankfurt/Main Schäuble-Aussagen drücken Dax ins Minus

Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble haben den Erholungsversuch des Dax am Freitag gestoppt. Nach einem zunächst freundlichen Verlauf rutschte der deutsche Leitindex in die Verlustzone ab.

Frankfurt. Er schloss 0,18 Prozent schwächer bei 7459,96 Punkten und damit erneut auf einem Jahrestief.

Von mehreren Händlern hieß es, positive Aussagen aus China seien ignoriert worden, nachdem sich Schäuble in der „Wirtschaftswoche“ für eine Reduzierung der Liquidität in der Eurozone ausgesprochen habe. Schäuble hatte der Wirtschaftszeitschrift gesagt: „Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.“

Auf Wochensicht büßte der Dax 3,68 Prozent ein. Zudem bedeutete der sechste schwache Handelstag in Folge die längste Verluststrecke für den Index seit November 2011 - damals hatte er wegen der Euro-Schuldenkrise eine neuntägige Minusserie hingelegt. Der MDax hingegen stieg am Freitag um 0,37 Prozent auf 13 019,09 Punkte, während der TecDax um 1,12 Prozent auf 906,69 Punkte zulegte.

Die SAP-Titel sackten nach schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen des Softwareherstellers um 2,99 Prozent auf 57,85 ab. Dies bedeutete den zweitletzten Platz im Dax. Auf dem Tagestief bei 57,05 zeigten sich die Aktien so schwach wie seit fünf Monaten nicht mehr. Für die Papiere der Commerzbank ging es um 2,23 Prozent bergab. Als anhaltende Belastung machten Börsianer die kommende Kapitalerhöhung aus. Der auf der Hauptversammlung angekündigte Quartalsverlust sei indes keine Überraschung.

Dagegen trieb erneute Übernahmesfantasie Lanxess mit plus 2,19 Prozent an die Dax-Spitze. Laut Händlern wird über ein Gebot chinesischer Investoren zu 68 Euro je Aktie spekuliert. Es kämen immer wieder Gerüchte um Interessenten für Lanxess, die sich aber bisher nicht bestätigt hätten, sagte indes ein Börsianer. Andere verwiesen auf das Erholungspotenzial der Aktie nach der jüngsten Talfahrt. Dass HeidelbergCement den russischen Konkurrenten CJSC vollständig übernimmt, ließ das Plus abbröckeln: Die Aktien der Baustoffkonzerns behaupteten bei 50,24 Euro lediglich einen Kursgewinn von 0,34 Prozent, nachdem es zeitweise bis auf 51,03 Euro nach oben gegangen war.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,77 Prozent höher bei 2575,16 Punkten, verbuchte aber auf Wochensicht einen Abschlag von mehr als zwei Prozent. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es am Freitag ebenfalls bergauf. In New York stand der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss knapp im Minus.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,03 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 135,69 Punkte. Der Bund Future verlor 0,12 Prozent auf 146,04 Punkte. Der Euro notierte bei 1,3067 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3115 (Donnerstag: 1,3045) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7625 (0,7666) Euro gekostet.

dpa

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