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Wirtschaft Schiffbau-Unternehmen in MV: mehrere Besitzer, viele Pleiten
Nachrichten Wirtschaft Schiffbau-Unternehmen in MV: mehrere Besitzer, viele Pleiten
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00:35 03.03.2016

Der Schiffbau hat im Nordosten eine lange Tradition. Gut 3500 Schiffe werden bis 1989 auf den Werften der DDR gebaut — die meisten davon für die Fischerei-Flotte der Sowjetunion. Die Warnemünder Warnowwerft liefert vor allem Hochseeschiffe. Auf der MTW Wismar entstehen Fahrgast- und Containerschiffe, die Stralsunder Volkswerft baut Fischfang- und Verarbeitungsschiffe. In der Wendezeit arbeiten rund 55 000 Menschen auf den Werften und in den Zulieferbetrieben.

1990 baut die Treuhandanstalt das Kombinat Schiffbau zur Deutschen Maschinen und Schiffbau AG um. Ihr Ziel: den Werften-Verbund sanieren und für Brancheninteressenten im In- und Ausland zu öffnen. Der Investitionsbedarf: 700 Millionen Mark. Zu viel für die Politik. Sie drängt deshalb 1992 darauf, die Werften zu privatisieren. Die Warnowwerft wird dem norwegischen Kvaerner-Konzern „geschenkt“, an den Bremer Vulkan gehen die Werften in Wismar, Rostock und Stralsund, die Bremer Hegemann-Gruppe bekommt Wolgast.

1996 ist Bremer Vulkan pleite — der Werftenboss hat 850 Millionen DM staatliche Hilfen illegal für West-Standorte abgezweigt. 2000 Menschen verlieren ihren Job.

2002/03 werden die Kvaerner- Werften in die norwegische Aker Yards-Gruppe integriert. Es folgen gute Jahre, vor allem mit dem Bau von Containerschiffen — bis 2008, als eine weltweite Finanzkrise ausbricht. Aufträge werden storniert, Schiffe nicht bezahlt. Der Aker-Verbund verkauft Wismar und Warnemünde für 292 Millionen Euro an die russische Investmentgruppe FLX und die Werftgruppe STX Europe. Sie heißen fortan Wadan Yards. Doch: Aufträge bleiben aus. 2009 meldet Wadan Insolvenz an.

Noch im selben Jahr übernimmt der russische Investor Witalij Jussufow Wismar und Warnemünde für 40,5 Millionen Euro, lässt Schiffe und Offshore-Plattformen bauen. Voll sind die Auftragsbücher nicht.

Trotzdem kauft seine Firmengruppe Nordic Yards 2014 noch die Stralsunder Volkswerft — für fünf Millionen Euro aus der Insolvenzmasse der P+S-Werften. Die hatten 2010 Wolgast und Stralsund gekauft.

OZ

Von ks

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