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Schiffskredite verhageln Bankbilanzen

Milliardenverluste erwartet Schiffskredite verhageln Bankbilanzen

Schiffskredite waren für Banken einst ein lukratives Geschäft. Lang ist's her. Heute sind sie nur noch eins: Ballast. Im Fahrwasser fauler Kredite rutscht auch die Bremer Landesbank weiter ab. Nicht ganz unerwartet.

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Das Geschäft mit Schiffskrediten brocken der NordLB voraussichtlich einen Milliardenverlust ein. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Bremer Landesbank.

Quelle: Focke Strangmann

Bremen/Hannover. Jahr um Jahr verhageln die Schiffskredite die Bilanzen vieler Banken. Die Krise will einfach nicht enden. Das Ausfallrisiko in der maritimen Branche wird immer höher bewertet.

Die Folge: Zur Sicherheit müssen Milliarden-Rückstellungen für den Notfall eingestellt werden, und die schlucken selbst stattliche Gewinne. Die ohnedies rote Bilanz der kleinen Bremer Landesbank (BLB) wird auf diese Weise 2016 wohl eher tiefrot. Die Mutter NordLB stöhnt, aber sie steht zur vereinbarten Komplettübernahme der BLB.

Die BLB hat das Risiko neu bewertet. Warum?

Es geht einzig um die leidigen Schiffskredite. Seit Jahren herrscht in der Schifffahrtsbranche wegen sinkender Frachtraten und einem Überangebot vor allem bei Containerschiffen Flaute. Die Banken gaben früher Reedern gern Kredite zum Bau neuer Schiffe. Ein renditeträchtiges Geschäft. 2008 änderte sich die Stimmung. Schwächere Handelsströme, übergroße Schiffe, Dollarschwankungen, schärfere Bewertungsrichtlinien - eine Mischung, die Reeder und Banken unter Druck setzt. Viele Reeder können Zins und Tilgung nicht mehr zahlen. Kurzum: Die Kredite werden faul, die Banken müssen mit Ausfällen rechnen und dafür höhere Risikopuffer einbauen.

Wie gefährdet sind die Banken?

Die Lage ist ernst, auch wenn das Geschäft ohne Schiffsportfolio etwa bei der NordLB und der BLB stabil ist und gut läuft. 2016 wird die NordLB ein operatives Ergebnis von einer Milliarde Euro erwirtschaften. Aber das wird eben durch die Rückstellung aufgefressen. Eine weitere Milliarde Euro Rückstellung kommt zudem von der Konzerntochter BLB und damit überproportional viel. Das Bremer Geldhaus, das ab 1. Januar 2017 zu 100 Prozent unter NordLB-Flagge segeln wird, hat seine Rückstellung in Vergleich zum ersten Halbjahr mehr als verdoppelt. „Ohne Schiffsportfolio wären wir kerngesund“, hieß es in Bremen.

Was passiert mit den Krediten?

Der Kurs ist klar: Das Schiffsportfolio soll schrumpfen. Bei der NordLB dürfte das Geschäft 2016 von 19 Milliarden Euro zum Jahresbeginn auf 16 Milliarden Ende Dezember 2016 runtergefahren werden. Bis Ende 2018 sollen es „nur“ noch 12 bis 14 Milliarden Euro sein. Auch die BLB rudert zurück: Bis 2020 sollen die Schiffsfinanzierungen um 2,5 Milliarden auf vier Milliarden Euro reduziert werden. Allerdings betonen beide Geldhäuser auch ihre Verantwortung als Küstenland-Banken, in deren „DNA“ das maritime Geschäft verwurzelt sei.

Wir hoch ist der Verlust bei der BLB?

Rechnete die Bank noch am 2. Juni 2016 in einer Ad-Hoc- Mitteilung mit einem Verlust in Höhe eines „mittleren dreistelligen Millionenbetrages“, ist nun von einem „hohen dreistelligen Millionenbetrag“ die Rede. Im ersten Halbjahr 2016 bilanzierte die Bank einen Verlust von 384 Millionen Euro nach Steuern. Sicher ist, dass der Verlust höher ausfällt. Doch der Vorstand versicherte: „Heute sind wir in der Lage, gemeinsam mit der NordLB dieses Problem zu lösen.“

Was passiert mit der BLB?

Das ist relativ klar, weil vereinbart. Die Geschicke der zweitkleinsten deutschen Landesbank werden künftig in Hannover gelenkt. Die NordLB hält schon jetzt 54,8 Prozent. Mit Bremen (41 Prozent) und dem Sparkassen- und Giroverband Niedersachsen (rund 4 Prozent) wurde die Komplettübernahme der BLB durch die NordLB vereinbart.

Wie ist der Fahrplan?

Der Staatsvertrag ist unterschrieben. Es stehen noch die Zustimmungen der Landtage in Bremen und Niedersachsen aus. Der Vertrag soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten.

dpa

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