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Schimanski ermittelt wieder

Köln Schimanski ermittelt wieder

Horst Schimanski kommt zurück. Götz George, der im Juli 75 Jahre alt wird, soll noch einmal in die Rolle des kultigen TV-Ermittlers schlüpfen. Für Mai seien die Dreharbeiten angesetzt, sagte eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Köln und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung.

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Götz George in der Rolle des Horst Schimanski bei Dreharbeiten zum Tatort "Rattennest" in Köln 1998. Foto: Horst Ossinger

Köln. In der neuen Episode mit dem Arbeitstitel „Loverboys“ soll Schimanski in Köln, Amsterdam und seinem alten Revier Duisburg ermitteln. „Es geht um Liebe und Verrat“, so der WDR. Auf Sendung geht sie „möglichst noch im Geburtstagsjahr“, sagte die Sprecherin.

Trotz des hohen Alters dürfen die Zuschauer einen agilen „Schimmi“ erwarten, kündigte der WDR an: „George ist topfit!“ Es ist sein 48. Einsatz im typisch beige-grauen Schimanski-Parka. Doch der letzte muss es nach Ansicht des Senders längst nicht sein: „Immer wenn es ein gutes Drehbuch gab, gab es auch einen neuen Schimanski.“ Georges vorerst letzter Fall als Raubeiniger TV-Ermittler („Schuld und Sühne“) lief am 30. Januar 2011 in der ARD.

Heute Kult, war Schimanskis erster Einsatz im Jahr 1981 ein Schock für das deutsche Publikum. Das kannte TV-Kommissare eher als manierliche, ältere Herren denn als abgerissene Gesetzeshüter mit Sätzen wie: „Was quatschst du mich so blöd an, du Spießer, nur weil ich 'ne Fahne habe?“ Die Medien fielen her über den Ruhrpott-Cowboy Schimanski: „Werft den Prügel-Kommissar aus dem Programm“, hieß es. Und die Duisburger CDU wollte im Abspann den Dank an die Stadt Duisburg tilgen lassen - schließlich tauchten da nur die hässlichsten Ecken auf.

Doch die Schimanski-Macher gingen gelassen mit der Kritik um: „Wir waren auf Zoff aus“, sagte einst Regisseur Hajo Gies, einer der Erfinder des „Gegen-Derrick“ Schimanski. Und nachdem sich die Presse beschwert hatte, der derbe Ermittler sage zu häufig „Scheiße“, führte Schimanskis TV-Partner Thanner (Eberhard Feik, 1943-1994) zeitweise selbst eine Strichliste, um die Zuschauer auf dem aktuellen Stand zu halten.

Aus dem „Tatort“ verabschiedete sich Horst Schimanski 1991, doch der Mythos um den Ruhrpott-Helden in Cowboystiefeln war nicht mehr zu stoppen. Schließlich bekam George mit „Schimanski“ seine eigene Krimireihe, die in unregelmäßigen Abständen neue Folgen hervorbrachte und nun um eine weitere ergänzt werden soll. Derbe Flüche gibt es dank Til Schweiger inzwischen zwar auch wieder im „Tatort“. Doch ob er an das schnoddrige Niveau eines Schimanski heranreicht? Dessen epischer Schnäuzer ist jedenfalls konkurrenzlos.

dpa

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