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Wirtschaft Schlechte Noten für Landwirtschaft
Nachrichten Wirtschaft Schlechte Noten für Landwirtschaft
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00:01 20.07.2016

Die Landwirtschaft in MV bringt einer Studie zufolge zu viele billige Massenprodukte wie Raps und Getreide auf den Markt und produziert zu wenig Hochwertiges wie Obst und Gemüse oder Blumen und Zierpflanzen. Das führe zu einer geringen Flächenproduktivität, sagte der Leiter des Lehr- und Forschungsbereichs Regionale Geografie an der Universität Greifswald, Helmut Klüter, gestern in Schwerin. Die Studie wurde von der Landtagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben.

Laut Studie nicht produktiv genug: Ein Bauer hält Gerstenkörner in den Händen. Quelle: Stefan Sauer/dpa

Die Produktivität je Hektar lag demnach 2015 bei 613 Euro und damit fast ein Drittel (31,7 Prozent) unter dem deutschen Durchschnitt von 898 Euro. Agrarminister Till Backhaus (SPD) wies die Einschätzung zurück. Die Grünen wollten die „romantisierende Mär einer kleinteiligen Betriebsstruktur“ aufrechterhalten.

Klüter zufolge verfügt MV über acht Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland, erzielt darauf aber nur 5,1 Prozent der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse. Eine Ursache dafür sieht er in den Großbetrieben, die in MV im Durchschnitt 287 Hektar haben, im Bundesschnitt nur 60 Hektar. Die Besitzstruktur sei „neofeudal“, viele Betriebe gehörten zur Agrarindustrie. Für die Großbetriebe sei es sinnvoll, wenige Arbeitskräfte zu beschäftigen. Während es im Schnitt 3,1 Kräfte je 100 Hektar sind, seien es in MV nur 1,3. Bei einer anderen Agrarstruktur könnte das Land statt der rund 17000 Menschen fast dreimal so viele in der Landwirtschaft beschäftigen.

Backhaus konterte, MV habe mit 45660 Euro pro Arbeitskraft nach Sachsen-Anhalt bundesweit die höchste Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft. Große Einheiten lägen in der Historie des Landes begründet. Der eigentliche Strukturwandel der Landwirtschaft vollziehe sich in Westdeutschland. Dort nehme die Zahl der Betriebe unter 100 Hektar kontinuierlich ab.

OZ

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