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„Schnelles Grünzeug“ mit Tim Mälzer

Tribsees „Schnelles Grünzeug“ mit Tim Mälzer

Der TV-Koch dreht in Vorpommern eine Show / Gärtner Olaf Schnelle stellt den Kandidaten die Aufgabe

Tribsees. Meterhoch steht der Dill. Auch Zucchini und Rote Bete gedeihen prächtig unter Mulch aus Rasenschnitt. Olaf Schnelle (50) ist Gärtner mit Leib und Seele. Die Hände schwarz von Erde, ist er schon morgens um fünf beim Ernten anzutreffen. Gemüse-Raritäten baut er auf einem Feld bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) an: Zuckerwurzeln, Hochgebirgsklee, aromatische Zwiebeln, speziellen Fenchel und Bete – nicht nur Rote, auch Gelbe, Weiße und Geringelte. „Für die Top-Gastronomie“, erzählt der gebürtige Thüringer. Mit seiner neuen Firma „Schnelles Grünzeug“, die er seit 2014 in Dorow betreibt.

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Der TV-Koch dreht in Vorpommern eine Show / Gärtner Olaf Schnelle stellt den Kandidaten die Aufgabe

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Einen Namen machte sich Olaf Schnelle schon vor Jahren, als Erfinder der „Essbaren Landschaften“. Mit Koch Ralf Hiener hatte er in Boltenhagen bei Grimmen den Wildkräuter-Spezialanbieter gegründet.

Das Konzept, mit dem sie 2004 den Existenzgründerpreis der OSTSEE-ZEITUNG gewannen, machte sie bundesweit bekannt. 200 Kunden aus der Spitzengastronomie gehörten zeitweise zu den Kunden.

Damals lernte Schnelle TV-Koch Tim Mälzer kennen, trat sogar zweimal in dessen Fernseh-Shows auf. „Ein guter Typ“, sagt der Gärtner über den TV-Star. Weil beide sich bis heute sympathisch sind, kommt Mälzer nächsten Dienstag in Schnelles Gärtnerei. Mit den Kandidaten einer neuen Show.

Die „Essbaren Landschaften“ sind für das Gründerduo Geschichte. 2008 wollten sie Neues ausprobieren, mit dem Landwerthof Stahlbrode bei Stralsund kooperieren und dorthin die Produktion verlagern.

„Das war eine falsche Entscheidung“, wissen sie heute. „Es passte einfach nicht.“ Auch dass sie für ihre Firma später einen Investor ins Boot holten, erwies sich für die befreundeten Männer als Irrweg. 2014 schieden beide aus. Die Marke Essbare Landschaften gibt es noch, doch ohne ihre Erfinder.

Die besannen sich auf ihre Wurzeln. Hiener übernahm in Dresden das Restaurant „Raskolnikoff“. Schnelle gründete in Dorow, wo der Gartenbauingenieur seit 20 Jahren mit seiner Familie lebt, die neue Firma mit vier Mitarbeitern, drei Hektar Gemüsebeeten und einem Kräutergarten, den eine langjährige „Essbare Landschaften“-Mitarbeiterin im Nachbardorf hegt. Natürlich schmerzte ihn der Verlust seines „Babys“, wie der Vater von drei Kindern die „Essbaren Landschaften“ immer noch nennt. „Doch am Schluss war ich dort nur noch Manager. Jetzt tue ich wieder das, was für mich das Schönste ist – Gärtner sein.“

Olaf Schnelle entwickelt neue Ideen. Baut Folien-Gewächshäuser mit einer aus Kanada stammenden Technologie. Und will in Vorpommern eine alte Art der Gemüseverarbeitung neu beleben, das Fermentieren.

Für die interessiert sich auch Tim Mälzer. Mit seinen Netzwerk-Kontakten unterstützte er das „Krautfunding“-Projekt des Wahl-Vorpommern. Die moderne Form der Kapitalbeschaffung half Olaf Schnelle beim Finanzieren seines aktuellen Vorhabens, eines Zentrums für Gemüsefermentation. In Dorow entsteht über das „Landaufschwung“-Programm noch 2016 die Produktionshalle.

Lebensmittel durch Fermentieren haltbar machen

Fermentation (lat: Gärung) bezeichnet die Umwandlung organischer Stoffe durch Enzyme, bei der Lebensmittel durch Milchsäurebakterien haltbar werden. Gemüse wie Kohl, Gurken oder Rettiche wird gesalzen und im luftdicht verschlossenen Gefäß etwa sechs Wochen gären gelassen. Bekannteste Beispiele in Deutschland: das Sauerkraut, in Russland Borschtsch. Auch Wein, Bier, Kwas, Käse, Joghurt und Sauerteigbrot entstehen durch Fermentation.

Elke Ehlers

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