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Schweizer Franken-Freigabe schockiert Kreditnehmer in Osteuropa

Zagreb Schweizer Franken-Freigabe schockiert Kreditnehmer in Osteuropa

Die Frankenfreigabe schockiert hunderttausende Kreditnehmer in einigen Ländern Ost- und Südosteuropas.

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Die Abkoppelung des Franken von dem Euro hat weltweit Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst.

Quelle: Oliver Berg

Zagreb. Die Frankenfreigabe schockiert hunderttausende Kreditnehmer in einigen Ländern Ost- und Südosteuropas. Grund ist das rasante Wachstum der Raten für Hypothekenkredite, die an die Schweizer Währung gekoppelt sind, berichteten die Zeitungen am Freitag.

Die Rückzahlungsraten seien „über Nacht um bis zu 20 Prozent“ in die Höhe geklettert, schrieb die serbische Zeitung „Novosti“.

Der kroatische Finanzminister Boris Lalovac kam in Zagreb mit Bankenvertretern zusammen, um Maßnahmen für die gebeutelten Bürger zu beraten. Regierungschef Zoran Milanovic wollte sich mit dem Gouverneur der Nationalbank beraten, kündigte Lalovac an. Überlegt werde die Umwandlung der Franken-Immobilienkredite in Euro oder die heimische Währung Kuna, meldete die Zeitung „Novi list“.

Die Probleme im Einzelnen:

- In Kroatien gibt es nach Angaben des Finanzministeriums etwa solcher 60 000 Kredite. Von ihnen sind nach Darstellung der Interessensvertretung „Udrugaa Franak“ (Franken-Gemeinschaft) rund 250 000 Menschen betroffen. Die Kreditsumme liege bei knapp 22 Milliarden Kuna (2,8 Milliarden Euro). Die größte Oppositionspartei HDZ hat am Freitag ein „Moratorium“ für die Rückzahlung dieser Kredite verlangt.

- Aufregung auch bei polnischen Bankkunden: Rund 550 000 Polen haben Kredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil sie auf die Stabilität der Eidgenossen-Währung ohne größere Kursschwankungen gesetzt hatten. Nun ist der Schrecken groß, denn die Raten für die Kredite stiegen um teilweise mehrere hundert Zloty. „Drama einer halben Million polnischer Familien!“ schrieb die Boulevardzeitung „Fakt“ am Freitag.

- Beim EU-Kandidaten Serbien geht es um 22 000 Kredite mit Frankenbindung. „Schuldner in Panik“ und „Fluch der Frankenkredite“, titeln Zeitungen wie das Boulevardblatt „Informer“ am Freitag. Schon bisher waren die betroffenen Bürger durch die starke Schweizer Währung gebeutelt. Die größte Zeitung „Blic“ machte folgende Rechnung auf: Wer vor fünfeinhalb Jahren zur Wohnungsfinanzierung einen Kredit von 70 000 Schweizer Franken zu einem Zinssatz von 4,5 Prozent mit einer Laufzeit von 25 Jahren aufgenommen hatte, musste zu Beginn 19 600 Dinare (158 Euro) zurückzahlen. Am 15. Januar 2015 waren es danach 40 782 Dinare (329 Euro) und Freitag 48 272 Dinare (389 Euro).

- In Rumänien sind nach Schätzungen bis zu 150 000 Menschen betroffen. Der Verein der rumänischen Bankkunden (AURSF) verlangte, ein seit langem geplantes Gesetz zum Schutz der Devisenschuldner müsse schnell verabschiedet werden. Der Entwurf liegt seit Monaten im Parlament. Er sieht vor, dass bei der Berechnung der Kreditraten der Kurszuwachs des Franken auf maximal 20 Prozent begrenzt wird.

Die Oesterreichische Nationalbank hatte am Vortag bereits vor den Auswirkungen auf Kredite gewarnt, die von Landsleuten in Franken aufgenommen worden waren. Der Schritt der SNB sei „von erheblicher Relevanz“ für Kredite in Schweizer Franken, erklärte die OeNB. Sie habe seit Jahren vor den Risiken von Fremdwährungskrediten gewarnt. Die Aufnahme von Krediten in Franken war lohnend, weil der Zinssatz günstiger war als in anderen Währungsräumen. In Ungarn hatte die Regierung im November die Wechselkurse für Euro- und Franken-Kredite festgesetzt, um die Risiken aus Währungsschwankungen zu reduzieren.



dpa

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