Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Schweriner Hightech-Schnüffler für Terrorabwehr in Rio

Schwerin Schweriner Hightech-Schnüffler für Terrorabwehr in Rio

Für die Sicherheit bei den ersten Olympischen Spielen in Südamerika sorgt auch eine Technologiefirma aus Mecklenburg / Airsense Analytics liefert „elektronische Nasen“

Voriger Artikel
Umfangreiche Streiks in Griechenland
Nächster Artikel
New Yorker Schlusskurse am 5.05.2016

Ein Gefahrstoff-Detektor im Einsatz

Quelle: Jens Büttner/dpa

Schwerin. . Mit hochsensiblen Schadstoff-Detektoren einer Hightech-Schmiede aus Schwerin soll die Sicherheit bei den Olympischen Spielen in Brasilien erhöht werden. Die Airsense Analytics GmbH produzierte dafür mehr als 30 „elektronische Nasen“ — zum Abwehren möglicher Terrorangriffe. Die rund vier Kilogramm schweren Detektoren erfassen und analysieren chemische Substanzen und gefährliche Gase in Sportstätten, Hotels, Bussen und Bahnen. Die Geräte sollen an allen Wettkampforten auch zusammen mit Drogenspürhunden flächendeckend eingesetzt werden. Die mobilen „Schnüffler“ wurden jetzt an Polizei, Feuerwehr und Militär in Brasilien ausgeliefert, sagte Geschäftsführer von Airsense Analytics, Wolf Münchmeyer.

Auftragsvolumen: mehrere Millionen Euro.

Während der Spiele im August und der Paralympics im September in Rio de Janeiro sollen 85 000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, doppelt so viele wie bei Olympia 2012 in London. Bereits für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 rüstete die mecklenburgische Firma Armee und Polizei in Brasilien mit 70 Sensor-Apparaten aus. Damit sorgen nun rund 100 Gasmessgeräte für mehr Sicherheit am Zuckerhut.

Eine „elektronische Nase“ funktioniert ähnlich wie die menschliche, aber viel zuverlässiger, erklärt Ingenieur Münchmeyer. Mittels Schlauch und Pumpe wird Luft angesaugt und analysiert. Dazu wurde das Gerät zuvor auf bestimmte Gerüche „trainiert“, um sie wiedererkennen zu können. Mehrere hundert toxische Gase, chemische, biologische und radioaktive Substanzen, Kampf- und Explosivstoffe ließen sich in kleinsten Konzentrationen binnen weniger Sekunden feststellen, noch bevor sie vom Menschen zu riechen seien, erläutert er. Die Daten werden rechnergestützt ausgewertet. Bei Gefahr ertönten Alarm- und Lichtsignale.

Zehn Jahre Entwicklungszeit stecken in den Spezialgeräten für Südamerika, sagt Geschäftsführer Andreas Walte. Die aktuelle Variante enthält auch einen Baustein zum Aufspüren von Sprengstoffen wie TNT. Nach den Terroranschlägen von Paris und Brüssel arbeite Airsense fieberhaft am Analysieren neuerer explosiver Materialien. Solche Stoffe könnten selbst aus herkömmlichen Dünge- und Lösemitteln sowie aus relativ einfach zu beschaffenden toxischen Chemikalien extrahiert werden, erklärt Walte. „Wichtig ist die Schulung der Sicherheitskräfte vor Ort.“ Die begann jetzt in Rio.

Das Unternehmen Airsense Analytics beschäftigt 30 Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker. Entwickelt und gebaut werden auch Gefahrstoff-Messgeräte für die Pharma-, Umwelt- und Lebensmittelindustrie, die Luft-, Raum- und Seefahrt sowie für Sicherheitsbehörden in aller Welt. Im Einsatz war die Anti-Terror-Technik made in Mecklenburg auch schon bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Italien und 2014 in Sotschi sowie bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland und 2014 in Brasilien.

Darüber hinaus forscht Airsense im Auftrag des Bundes an Einsatzmöglichkeiten der „elektronischen Nase“ in der Landwirtschaft. So befasste sich ein Vorhaben mit dem Überwachen von Gärprozessen in Biogasanlagen, wie dem Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung FISA-online zu entnehmen ist. Ein anderes Projekt sah die Entwicklung von Gasdetektoren zum Aufspüren von Pilzen und organischen Giftstoffen auf Getreidefeldern und in Lagerstätten für Nahrungsmittel vor.

Firma gehört zu weltweit führenden Herstellern

Airsense Analytics wurde im April 1996 gegründet, Geschäftssitz ist die Landeshauptstadt Schwerin. Airsense entwickelt und produziert Sicherheitsinstrumente für die Bereiche öffentliche Sicherheit und Luftfahrt sowie Logistik und Umwelt.

Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Sicherheitsausrüstung. Die mobilen Detektionsgeräte liefern in Sekundenschnelle Ergebnisse — zum Beispiel nach Unfällen mit Gefahrgütern oder bei der Lebensmittelkontrolle.

Von Grit Büttner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.