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Seewirtschaft Bei A-Rosa bleibt alles im Fluss
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Bei A-Rosa bleibt alles im Fluss
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05:07 15.04.2013

Bei der Rostocker Flusskreuzfahrt-Reederei A-Rosa wird Kundenpflege mit Herz betrieben. „Liebe, Leidenschaft und Zuneigung“ sind die wichtigsten Botschaften des Unternehmens, sagte A-Rosa-Manager Dirk Sobotka am vergangenen Freitag bei der Kiellegung eines neuen Schiffes in Warnemünde. Sprach‘s und drückte mit tiefer Verbeugung einer verdutzten Zuhörerin eine rote Rose in die Hand. Die Dame im besten Lebensabschnitt lächelte tapfer zurück, ihre Wangen nahmen den Farbton des Kussmunds an, der auf den Schiffen der Reederei prangt.

Eine Charme-Offensive kann A-Rosa nicht schaden. Der wohl bundesweit bekannteste Vertreter der Flusskreuzfahrt-Branche fährt derzeit in eher unruhigem Wasser. 2012 betrug der Umsatz 68,2 Millionen Euro. Das waren 2,3 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, obwohl im Juli die Flotte von neun auf zehn Schiffe vergrößert worden war. Anfang dieses Jahres legte Mitinhaber Lars Manuel Clasen überraschend die Geschäftsführung nieder. Es soll Unstimmigkeiten mit dem Mehrheitseigner — der Private-Equity-Gesellschaft Waterland — über den Kurs des Unternehmens gegeben haben. Clasen wollte in den wachsenden Markt der Hochsee-Kreuzfahrten einsteigen, Waterland lehnte ab. Ironie der Geschichte: Jörg Eichler, der spätestens im September kommen soll, war bis 2012 bei Aida Cruises, der großen Rostocker See-Kreuzfahrt-Reederei, angestellt. Mit Aida teilt A-Rosa die Geschichte — beide haben ihre Wurzeln bei Seetours, einem Ableger der Deutschen Seereederei Rostock (DSR). Eine Folge davon ist noch sichtbar — die Schiffe beider Firmen zieren die roten Lippen am Bug , bei

A-Rosa ergänzt durch eine Rose.

2012 war für die gesamte Flusskreuzfahrt-Branche schwierig. Eine Mehrwertsteuer-Anhebung für Personenschifffahrten verteuerte in Deutschland die Reisen. Passagiere blieben weg, der Umsatz aller deutschen Anbieter sank übers Jahr um acht Prozent. 2013 wird wieder besser, heißt es bei A-Rosa. Die Buchungszahlen für dieses Jahr seien gut, zusätzliche Kunden sollen Vertriebsaktionen bringen, unter anderen durch eine Kooperation mit den Citti-Märkten in Norddeutschland. Zugleich will man mehr jüngere Gäste erreichen. Dazu trage schon jetzt eine Flotte an Bordfahrrädern bei, so Dirk Sobotka, Direktor für strategische Unternehmensentwicklung. Auf der neuen „A-Rosa Flora“, die ab März 2014 unterwegs sein soll, wird es außerdem zwei große Familiensuiten geben. Dieses Angebot soll Eltern und Großeltern animieren, gemeinsam mit ihren Kindern beziehungsweise Enkeln, zu verreisen. Die „Flora“ ist das elfte A-Rosa-Schiff und wird zurzeit auf der Neptun Werft in Warnemünde gebaut.

Dirk Sobotka sieht den Rückgang im vergangenen Jahr als Folge des Booms bei den See-

Kreuzfahrten. „Das haben wir gespürt.“ Manche Kunden wechselten auf eines der größeren Schiffe. Langfristig werden aber auch die Flusskreuzfahrten wieder zulegen, ist der A-Rosa-Manager überzeugt. Das Reisen auf Flüssen habe im Vergleich zur See-Kreuzfahrt jede Menge Vorteile. „Wir bieten Entschleunigung“, sagt Sobotka. In einer immer hektischeren Gesellschaft seien die Ruhe und das Genießen schöner Landschaften an Mosel, Rhein, Donau und Rhone sehr attraktiv. Das biete kein noch so riesiger Ozeandampfer.

Gerald Kleine Wördemann

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