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Bomben-Sprengungen schaffen Baufreiheit für Schiffbauhalle

Warnemünde Bomben-Sprengungen schaffen Baufreiheit für Schiffbauhalle

Warnemünder Neptun Werft will größere Sektionen für Kreuzliner bauen

Warnemünde. 29 Luftangriffe hat es zwischen 1940 und 1945 auf den Großraum Rostock-Warnemünde gegeben. Da sich dort Rüstungsbetriebe befanden, gehörte der Bereich im Zweiten Weltkrieg zu den wichtigsten Angriffszielen der alliierten Luftwaffe. Auf dem Gelände, auf dem sich heute unter anderem die Neptun Werft befindet, werden morgen zehn britische Brandbomben entschärft.

Auf dem Werftareal soll eine neue Schiffbauhalle entstehen. Denn die Neptun Werft will künftig größere Maschinenbau-Sektionen für Hochsee-Kreuzliner bauen. „In der Meyer-Gruppe spezialisieren wir uns auf diesen Teil der Schiffe“, sagt Neptun-Geschäftsführer Raimon Strunck. Die Schiffsteile sollen an die Meyer-Werften in Papenburg (Niedersachsen) und Turku (Finnland) geliefert werden.

Doch für die neue Halle muss erst einmal Baufreiheit geschaffen werden. Seit Januar hatte eine Schweriner Spezialfirma im Auftrag der Werft das Brachgelände südlich der beiden bisherigen Hallen untersucht. Bei 7000 Sondierungsbohrungen waren in vier bis 4,5 Metern Tiefe 14 Brandbomben entdeckt worden, informiert Achim Tiedig, Projektleiter für die Neubauhalle. Vier davon seien bereits entschärft worden.

Laut Schweriner Innenministerium basierten die Untersuchungen des Geländes auf der Auswertung alliierter und deutscher Archivmaterialien. Aus den Unterlagen der Alliierten sei hervorgegangen, dass vor allem Spreng- und Brandbomben abgeworfen wurden. Bei den zehn Sprengkörpern, die morgen entschärft werden sollen, „handelt es sich nach Erkenntnissen des Munitionsbergungsdienstes um britische Brandbomben“, so Innenministeriums-Sprecher Michael Teich. Überwachung und Kontrolle der Kampfmittelräumarbeiten obliege dem staatlichen Munitionsbergungsdienst. Zur Absicherung werden auch Feuerwehr- und Polizeikräfte auf dem Werftgelände sein. „Wir gehen davon aus, dass alles reibungslos läuft“, meint Projektleiter Tiedig. Das Baufeld werde geräumt, außerdem ein Teil des Lagers. Bei der Sprengung am 14. März habe es keine Probleme gegeben.

Beginn soll um 12 Uhr sein. „Zehn Minuten später wird alles vorbei sein“, hofft Tiedig. Für die Beseitigung der Altlasten müsse die Neptun Werft als Bauherr mehr als 100000 Euro aufbringen.

Danach soll es mit dem Hallenbau richtig losgehen. „Seit gut einer Woche liegt die Baugenehmigung vor“, freut sich Geschäftfsführer Strunck. Die Aufträge für die Tiefbauarbeiten seien bereits vergeben.

Die neue Halle wird deutlich größer als die beiden, die der Schiffbaubetrieb bisher zur Verfügung hat. 60 Meter breit, 57 Meter hoch und mehr als 140 Meter lang soll das Gebäude werden.

Viele Jahre hatte die Neptun Werft vor allem Flusskreuzliner gebaut. In diesem Segment hatte sich der Markt zuletzt etwas beruhigt. Außerdem liege der Produktionsschwerpunkt jetzt auf den selbstschwimmenden Mittelteilen für Hochsee-Kreuzfahrtschiffe, so Strunck. Solche Sektionen mit Maschinenräumen, Gas- und Elektroanlagen baute Neptun auch in der Vergangenheit schon. Doch die neue Generation der Hochsee-Kreuzliner wird bis zu 50 Meter breit sein, zu breit für die beiden jetzigen Neptun-Schiffbauhallen.

Wenn demnächst die erste Sektion mit „Überbreite“ für ein neues Aida-Schiff entstehen soll, muss das Tor der größeren der beiden jetzigen Schiffbauhallen „aufgeschnitten“ werden. Strunck: „Einmal geht das, danach setzen wir auf die neue Halle.“ Rund 50 Millionen Euro sind für den Hallen-Neubau veranschlagt, der in etwa neun Monaten Bauzeit entstehen soll. Der Meyer-Verbund plant damit, dass das Gebäude im Frühjahr 2018 zur Verfügung steht.

Elke Ehlers

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