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Seewirtschaft Bundesamt startet Hotline für deutsche Reeder
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Bundesamt startet Hotline für deutsche Reeder
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01:30 29.03.2016

Was tun, wenn das Schiff im Hafen von Shanghai oder Valparaiso von den Behörden festgesetzt wird, weil Schiffspapiere nicht vollständig sind? Oder wenn ein Besatzungsmitglied erkrankt, die Reederei aber schnell die offizielle Genehmigung des Flaggenstaates für die Vertretung braucht? Oder wenn Piraten das Schiff angreifen? Wohin wenden bei einer Havarie?

Für solche und andere Probleme von Reedern, Seeleuten, Behörden sowie der maritimen Wirtschaft richten jetzt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie die Dienststelle für Schiffssicherheit in Hamburg eine gemeinsame „Maritime Hotline“ ein. Die Rufbereitschaft wird ab 1. April rund um die Uhr und weltweit für Fachfragen und in Notfällen zur Verfügung stehen. Auch mitten in der Nacht können Reeder beispielsweise Zeugnisse für deutsche Seeleute und Schiffe abfragen. Es werden außerdem alle Fragen rund um die Flaggenstaatsverwaltung und die Hafenstaatsverwaltung beantwortet. Der Service gilt in erster Linie für die 341 unter deutscher Flagge fahrender Schiffe. Etwa 2900 Schiffe deutscher Reeder fahren auf den Weltmeeren dagegen nicht unter der schwarz-rot-goldenen Flagge.

„Wir wollen die Flaggenstaatsverwaltung grundlegend modernisieren und dazu gehört auch, den Service für Reeder und Seeleute zu verbessern. Mit der gemeinsamen Rufbereitschaft schaffen wir jetzt eine Anlaufstelle rund um die Uhr für alle, die Rat, Information oder dringend Hilfe suchen“, sagte jetzt Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium der OZ. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD hatte man sich auf einen besseren Service für die unter deutscher Flagge fahrenden Schiffe verständigt. Mit dem neuen Angebot erweitern das BSH und die Dienststelle Schiffssicherheit die Erreichbarkeit für relevante Fragen rund um die Schifffahrt.

Es werden aber auch Auskünfte zu Schiffen in deutschen Gewässern beziehungsweise Häfen erteilt, etwa zu Haftungsfragen. Die Reeder können in Notfällen anrufen, Zertifikate erfragen und verlängern lassen. Auch könne sich etwa die Wasserschutzpolizei, die ein Schiff kontrolliert und Unregelmäßigkeiten entdeckt, an die Hotline wenden. Es stehe das ganze Aufgabenspektrum der Abteilung Schifffahrt zur Verfügung, hieß es.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) lobte die neue Hotline. „Sie ist ein weiterer Schritt auf dem Weg der deutschen Verwaltung, einen genauso professionellen Service zu bieten, wie wir ihn von anderen Flaggenstaaten bereits kennen“, sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR, der OZ. Internationale Schifffahrt sei ein 24-Stunden-Geschäft. Ein moderner Flaggenstaat müsse daher bei dringenden Problemen jederzeit ansprechbar sein.

Das BSH mit Standorten in Hamburg und Rostock ist die zentrale maritime Behörde der Bundesrepublik. Die Dienststelle Schiffssicherheit gehört zur Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft. Sie überwacht die Einhaltung der nationalen und internationalen Vorschriften zur Schiffssicherheit, zur Schiffsbesetzung oder zur Ausbildung von Seeleuten.

Hotline: +49-40-3190-777

Von Reinhard Zweigler

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