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Seewirtschaft Das älteste Leuchtfeuer Deutschlands
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00:00 13.08.2018

Travemünde. Im Ostseebad Travemünde gibt es gleich zwei rekordverdächtige Türme: Der alte Leuchtturm aus dem Jahr 1539 gilt als der älteste Deutschlands.

Der alte Leuchtturm und das Hotel „Maritim“ Quelle: Foto: Markus Scholz/dpa

Sein Nachfolger, das Leuchtfeuer auf dem Dach des Hotels „Maritim“, ist mit einer Höhe von 114 Metern das höchste Leuchtfeuer Europas. Im alten Leuchtturm gibt heute ein maritimes Museum auf acht Etagen Einblicke in die Geschichte der Leuchtfeuertechnik.

Zu sehen sind dort historische Öl- und Gaslampen aus alten Leuchttürmen, die früher in Leuchttürmen verwendet wurden. „Einige davon haben noch die sogenannten Otterblenden – das sind Lamellen, die früher durch Öffnen und Schließen die Lichtkennung des jeweiligen Turmes erzeugten“, sagt Thomas Limpack vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck. Er erläutert: „Die Kennungen aller Leuchttürme sind in den Seekarten verzeichnet, so dass Schiffsbesatzungen anhand des Lichtsignals erkennen können, wo sie sich gerade befinden.“

Der alte Leuchtturm steht im wahrsten Sinn des Wortes im Schatten des Hotels „Maritim“: Der Neubau des Hotel-Hochhauses verdeckte das Licht des Turmes von See aus, deswegen wurde er 1972 abgeschaltet.  Bis dahin hatten die Signale 433 Jahre lang den Schiffen den Weg in die Trave und den sicheren Hafen gewiesen. Rechnet man auch die Vorgänger-Leuchttürme an derselben Stelle mit ein, so gab es dort sogar mehr als 650 Jahre eine Wegweisung für Kapitäne. Eine alte Kämmerei-Rechnung weist schon 1316 einen Leuchtturmwärter als Beamten des Lübecker Rates aus. 

Die Lichttechnik in dem 31 Meter hohen runden Backsteinturm wurde immer wieder modernisiert. So wurden die ursprünglichen Hanföllampen mit vergoldeten Hohlspiegeln erst durch Petroleumlampen, dann durch elektrische Bogenlampen und schließlich durch Glühlampen ersetzt. 

Nach seiner Stilllegung wurde der Turm, der seit 1922 als technisches Kulturdenkmal eingetragen ist, vom Wasser- und Schifffahrtsamt aufwendig saniert. Seit 2004 wird er als Museum genutzt. 142

Stufen führen über eine steile schmale Treppe nach oben bis zur noch funktionsfähigen Lichtanlage mit ihren 1000-Watt-Lampen. Auf halber Höhe gibt es zur Seeseite einen kleinen Balkon, den sogenannten Lotsenausguck. Von dort aus hielten die Lotsen nach Schiffen Ausschau. Doch am schönsten ist es oben: Wer es ganz hoch hinauf schafft, wird mit einem Rundblick über die Lübecker Bucht bis nach Mecklenburg-Vorpommern belohnt.

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