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Seewirtschaft Deilmann-Schwestern schippern ins Eis
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Deilmann-Schwestern schippern ins Eis
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07:59 22.04.2013
Von Curd Tönnemann
Auf großer Fahrt: die „Hanse Explorer“ in der nordöstlichen Antarktis. Am 4. und 5. Mai liegt das Expeditionsschiff in Travemünde. Quelle: Fotos: Oceanstar, dpa

Die Zwillingsschwestern Gisa und Hedda Deilmann (45) steigen wieder ins Kreuzfahrtgeschäft ein. Mit der neu gegründeten Deilmann Selektion GmbH mit Sitz in Lübeck bieten die ehemaligen Geschäftsführerinnen der Neustädter Peter Deilmann Reederei nach eigenen Worten „individuelle Luxusreisen jenseits des Massentourismus“ an. Mit an Bord sind in der dritten Generation Hedda Deilmanns Töchter Jacqueline (23) und Josephine (21).

Für ihre Kreuzfahrten chartern die Deilmanns die „Hanse Explorer“, ein eisverstärktes Expeditionsschiff. Der 48 Meter lange und gut zehn Meter breite Liner der Reederei Harren & Partner (Bremen) bietet Platz für zwölf Passagiere. „Und allen Komfort einer privaten Luxusyacht“, sagen die Deilmanns stolz über ihr neues Projekt.

„Wir wollen Reiseträume auf höchstem Niveau erfüllen“, versprechen die Schwestern. Ihr letztes Schiff, die als ZDF-„Traumschiff“ bekannte „Deutschland“, hatten sie 2010 aufgrund finanzieller Engpässe an die Münchener Finanzholding Aurelius verkaufen müssen. Der jetzige Neuanfang zielt wieder auf das „absolute Premiumsegment“, das heißt: eine zahlungskräftige Klientel. Der Werbeslogan: „Reisen Sie in bester Gesellschaft!“

Die „Hanse Explorer“, auf der zuletzt auch Microsoft-Gründer Bill Gates Passagier war, ist für Fahrten in polare Gewässer ausgelegt, ausgerüstet mit Zodiacs, Kajaks und Tauchausrüstung für Exkursionen der Gäste. Durch ihren geringen Tiefgang und ihre extreme Wendigkeit sei sie wie geschaffen für Packeis, enge Fjorde und schwer zugängliche Buchten, sagen die Geschwister Deilmann. Die „Hanse Explorer“ biete „echte Abenteuer abseits herkömmlicher Routen, individuell, privat und flexibel“. Einen streng festgelegten Fahrplan soll es auf dem Expeditionsschiff nicht geben. Dafür können Passagiere auf Wunsch an einer Seemannsausbildung teilnehmen. An Bord berichtet zudem der renommierte Filmemacher und Meeresbiologe Daniel Opitz von aktuellen Dreharbeiten und gewährt Einblicke in die Welt der Ozeane, insbesondere der Wale.

Die ersten beiden Reisen sind für das kommende Jahr geplant. Zunächst geht es für zehn Tage nach Spitzbergen. Danach führt eine rund zweiwöchige Kreuzfahrt in die Gewässer vor Grönland und Kanada.

Was genau die Kreuzfahrten kosten, wird noch errechnet. Hedda Deilmann spricht von einem „hochpreisigen“ Angebot. Damit dürften Passagiere ab einer fünfstelligen Euro-Summe dabei sein.

Die „Hanse Explorer“ präsentiert sich einem interessierten Publikum am 4. und 5. Mai am Travemünder Ostpreußenkai. An beiden Tagen werden Schiffsführungen stattfinden.

Unter karibischer Flagge
2006 lief die „Hanse Explorer“ in Berne bei Bremen vom Stapel und fährt seitdem unter der Flagge des Karibikstaates Antigua und Barbuda. Heimathafen ist dessen Hauptstadt Saint John‘s. Ursprünglich hieß das Schiff einmal „Hanseatic Explorer". Nach einer einstweiligen Verfügung von Hapag Lloyd, die die Verwendung des Namens untersagt hatte, wurde das Schiff umbenannt. Hapag Lloyd hatte wegen der Namensähnlichkeit mit seinem Kreuzfahrtschiff „Hanseatic“ geklagt.

Curd Tönnemann

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