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Seewirtschaft Der „Krabbenkrieg“ vor Spitzbergen
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21:34 26.02.2018
Schneekrabben: Die Tiere sind jeweils knapp anderthalb Kilo schwer – und heiß umstritten. Quelle: Foto: Institute Of Marine Research Norway
Longyearbyen

Sie ist knapp anderthalb Kilo schwer, hat lange dünne Beine – und ist heiß umstritten. Zwischen der EU und Norwegen hat sich ein Streit um die Schneekrabbe entzündet. Ihr weißes Fleisch gilt als Delikatesse aus arktischen Gewässern. Norwegen will verhindern, dass EU-Schiffe sie vor der Küste Spitzbergens ohne Einverständnis fangen. Die Europäische Union wehrt sich. Eine Lappalie? Nein, denn nach Ansicht von Experten steckt hinter dem Krabben-Streit etwas viel Gravierenderes: ein Streit ums Öl.

„Die Schneekrabbe selbst ist natürlich wichtig, weil ihr Fleisch wertvoll ist“, sagt der norwegische Jurist Geir Ulfstein. „Doch sie sitzt auch auf dem Meeresgrund, auf dem Kontinentalsockel, wo wir möglicherweise Öl und Gas finden.“ Jede Entscheidung über Fangrechte für die Schneekrabbe könnte auch zur Entscheidung darüber werden, wer das Öl darunter beanspruchen kann.

Grundlage des Streits ist der Spitzbergen-Vertrag von 1920, der besagt, dass das arktische Archipel zwar unter norwegischer Hoheit steht, dort aber Bürger aller Vertragsstaaten gleiche Rechte auf Arbeit, Handel und Ressourcen haben. „Unsere Position ist, dass die Vertragspartner ein Recht auf diskriminierungsfreien Zugang zur Schneekrabbe“ vor Spitzbergen haben, sagt der EU-Kommissar für Fischerei, Karmenu Vella. Die EU geht davon aus, dass Norwegen hier nicht mehr Fangrechte hat als andere.

Norwegen indes meint, dass der Vertrag außerhalb der 200-Meilen-Zone und auf dem Kontinentalsockel nicht mehr greift. Statt auf den Deal einzugehen, entschieden die EU-Fischereiminister, dass 20

internationale Schiffe weiter Schneekrabben vor Spitzbergen fangen dürfen. Die Fischer sollten aber gewarnt werden, dass sie Probleme bekommen könnten, sagte Vella. Tatsächlich hat Norwegen im vergangenen Jahr ein lettisches Schiff samt Crew festgenommen, das zwar eine EU-Lizenz hatte. Norwegische Medien schrieben bereits von einem „Krabbenkrieg“.

Theresa Münch / Alkimos Sartoros

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