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Seewirtschaft Dünger-Frachter strandet neben der Kadetrinne
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Dünger-Frachter strandet neben der Kadetrinne
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00:01 10.10.2016

Ein 178 Meter langer Frachter ist in der Ostsee zwischen der dänischen Insel Falster und Ahrenshoop auf Fischland-Darß-Zingst auf Grund gelaufen. Die „Maestro Diamond“ war mit 3000 Tonnen Düngemittel an Bord auf dem Weg vom lettischen Klaipeda nach New Orleans. In der Kadetrinne war die Reise vorerst vorbei: Das Schiff verließ aus noch ungeklärter Ursache die Fahrrinne und lief auf dänischer Seite auf Grund. Eine Gefahr für die Umwelt besteht nach Behördenangaben nicht, ab heute Abend soll das Schiff freigeschleppt werden.

„Dann sind die Bedingungen ideal“, sagte ein Sprecher des dänischen Joint Rescue Coordination Centre (JRCC) der OZ. Wegen schlechten Wetters musste ein für gestern Abend geplanter Versuch abgesagt werden. Voraussichtlich bis Dienstag sollen die Arbeiten andauern. Nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ wurde der Schlepper „Kiel“ von der Förde für die Bergung angefordert. Ob auch einer der drei Rostocker „Fairplay“-Schlepper an der Aktion beteiligt sein wird, war gestern noch unklar – immerhin hätten sie eine kurze Anreise. „Wir wurden noch nicht angefordert“, hieß es bei der Schlepper-Firma.

Die „Maestro Diamond“ fährt unter der Flagge der Marshall-Inseln und ist erst ein Jahr alt. Der Frachter (Bruttoraumzahl 22872, Tiefgang: 11,2 Meter) liege stabil und sicher am Gedser Riff, heißt es. Es gebe keine Hinweise auf ausgelaufenes Öl und andere Verschmutzungen, teilten die dänischen Behörden mit, die nach der Havarie Messungen durchführen ließen. Die Besatzung sei in Sicherheit.

Die Kadetrinne gilt als eine der gefährlichsten Seestraßen der gesamten Ostsee. Am Gedser Riff ist der befahrbare Bereich nur 500 bis 1000 Meter schmal. Immer wieder stranden hier Schiffe: 2013 lief der unter liberischer Flagge fahrende Kohlefrachter „Almeria“ vor Gedser auf Grund. Ein Jahr davor strandete der Frachter „Vyg“ vor Ahrenshoop. Sein Kapitän war betrunken eingeschlafen.

Diese Schiffe waren ohne Lotsen unterwegs, genau wie die „Maestro Diamond“. Seit Jahren warnen Experten vor einer möglichen Havarie mit verheerenden Folgen und fordern eine Lotsenpflicht. Mit mehr als 50000 Passagen jährlich zählt die Kadetrinne zu den am stärksten frequentierten Seewegen Europas, jedes sechste Schiff ist ein Tanker. Prognosen gehen von starkem Zuwachs aus.

gkw

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