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Endstation Abwrack-Strand

Lübeck Endstation Abwrack-Strand

Umweltschützer prangern Umweltskandale in Asien an / Auch deutsche Reeder seien mitverantwortlich

Lübeck. Deutsche Reeder sind laut der neuesten schwarzen Liste der Brüsseler Umweltorganisation „Shipbreaking Platform“ mitverantwortlich für die weltweit schlimmsten Abwrackpraktiken.

„Sie ließen im vergangenen Jahr 97 von 99 Schrottschiffen auf Strände in Südasien auflaufen“, moniert Patrizia Heidegger, Geschäftsführerin der „Shipbreaking Platform“ im jüngsten Bericht. „Die Abwrackstrände in Asien sind berüchtigt.“ Chemikalien und Schiffsöl sickerten dort ins Meer. Es gebe illegalen Giftmüllhandel und immer wieder tödliche Arbeitsunfälle. „Es ist richtig, dass Recyclingwerften in Südostasien zu 90 Prozent den Weltmarkt dominieren“, bestätigt Max Johns, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg. Das Problem sei bekannt.

„Das betrifft alle großen Reeder.“ „Shipbreaking Platform“ nennt unter den schwarzen Schafen die Hamburger Reedereien Hansa Mare, Alpha Ship, F. Laeisz, Dr. Peters und Rickmers.

Schiffe galten lange als gute Geldanlage – mittlerweile gebe es Überkapazitäten. Und damit mehr Arbeit für die Abwracker. Zum Abwracken von Schiffen in Südasien gebe es jedoch leider kaum eine Alternative, meint Johns. „In Europa gibt es keine Abwrackwerften für große Schiffe.“ Außer in der Türkei. Johns: „Die Bedingungen dort sind aber nicht besser als in Asien.“

Besonders Indien sei beliebt, aber auch Bangladesch. Die Kosten für den Rückbau seien dort deutlich geringer als es in Westeuropa überhaupt möglich wäre. „Die fahren da mit Vollgas auf den Strand – und dann werden die Schiffe zerlegt.“ Immer wieder kommt es dabei zu Umweltsünden und Unfällen: Im November starben laut „Shipbreaking Platform“ auf einem gestrandeten Öltanker in Pakistan mindestens 28 Arbeiter, über 50 wurden teils schwer verletzt. In Bangladesch kamen voriges Jahr 22 Arbeiter um, 29 wurden schwer verletzt. Heidegger: „Bei einer Zahl von 15000 Arbeitern in den Werften bedeutet das, dass pro Jahr jeder 300. Arbeiter entweder getötet oder schwer verletzt wird.“ Dabei gibt es eine hohe Dunkelziffer: So würden Zahlen aus Indien nicht veröffentlicht.

MS

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