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Forschung unter Wasser: Rostock will Spitze werden

Rostock Forschung unter Wasser: Rostock will Spitze werden

Firmen und Wissenschaft sehen Stadt als idealen Standort für Technologiezentrum

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Ein Unterwasserfahrzeug der Baltic Taucher wird über ein Kabel ferngesteuert und in der Ostsee getestet.

Quelle: Baltic Taucher

Rostock. Die Hansestadt will das Zentrum für Unterwassertechnologie in Deutschland werden. Die Chancen stehen gut – viele Firmen sind bereits an der Warnow ansässig. Was bislang fehlte, ist ein funktionierendes Netzwerk, um Unternehmen, Entwickler und Hochschulen zu verbinden. Dabei ist Rostock ein idealer Standort. Morgen beginnt ein zweitägiges Innovationsforum im Technologiepark Warnemünde. Dafür wurden die wichtigsten Akteure der Branche zusammengetrommelt.

„Schon heute ist klar: Die Bewirtschaftung von Anlagen im Unterwasserbereich wird in Zukunft nur noch von hochspezialisierten Fahrzeugen ausgeführt“, sagt Holger Keuer. Er ist Projektleiter von Inmos (Intelligente maritime Inspektions- und Monitoringsysteme) in Rostock und davon überzeugt, dass ein geschlossener Entwicklungskreislauf für dieses Technologiefeld geschaffen werden muss. In puncto Unterwasserforschung tut sich viel in Rostock: Stadt und Unternehmen prüfen zurzeit mittels einer Machbarkeitsstudie die Umsetzung eines Wirtschafts- und Wissenschaftszentrums – des sogenannten Ocean Technology Centre (die OZ berichtete).

In Rostock könnten die Voraussetzungen dafür besser nicht sein. So wollen neben vielen anderen Partnern unter anderem das Fraunhofer Institut für graphische Datenverarbeitung, der Lehrstuhl für Meerestechnik der Universität Rostock und die Firma Baltic Taucherei- und Bergungsdienst Rostock künftig noch enger zusammenarbeiten.

Letztere arbeitet am gezielten Einsatz von Unterwasserfahrzeugen, die zum Beispiel für Wartungsarbeiten zwischen Offshore-Windparks unterwegs sind. Der Pilot sitzt dabei an Bord eines Versorgungsschiffes und navigiert über Kamerasicht das Fahrzeug und die installierten Werkzeuge. Dafür soll in der Hansestadt eine zertifizierte Ausbildung für die Piloten entwickelt werden. Denn die Unterwasserfahrzeuge sind teuer, empfindlich, können in jede erdenkliche Richtung manövriert werden und haben wertvolle Messinstrumente an Bord. „Zudem darf die sensible Infrastruktur unter Wasser nicht verletzt werden. Die Piloten müssen gut ausgebildet werden – am besten vor Ort“, sagt Uwe Wurdel von der ATI-Küste (Angewandte Technologie- und Innovationsberatung), unter deren Dach das Projekt Inmos läuft. Das Vorhaben der Baltic Taucher sei dabei nur ein Beispiel herausragender Unterwasser-Kompetenz in Rostock. Ziel des Netzwerkprojektes ist es, Chancen aufzuzeigen, die in der Region stecken. „Politik, Unternehmen und Forschung müssen dafür an einem Strang ziehen“, sagt Wurdel.

Inmos setzt dabei vor allem auf neue Ideen. „Die Innovationen können dabei ganz unterschiedlicher Art sein“, sagt Keuer. Da seien zum Beispiel die tiefseetauglichen Systeme der Rostocker Firma Enitech oder die Adaptionen aus der Tierwelt der Berliner Firma EvoLogics. „Das Unternehmen aus der Hauptstadt kommt extra nach Rostock, um seinen bionischen Manta-Rochen am Riff von Nienhagen zu testen“, betont der Projektleiter. „Wir haben hier keine Gezeiten. Dennoch gibt es Strömungen, die für die Tests im Meer wichtig sind“, erklärt Keuer. Die Ostsee eigne sich bestens zum Experimentieren auf diesem Forschungsgebiet.

Michaela Krohn

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