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„Greif“ ahoi: Rostock hat sich ausgezahlt

Greifswald/Rostock „Greif“ ahoi: Rostock hat sich ausgezahlt

Das Greifswalder Segelschulschiff hat zum ersten Mal an der Warnow überwintert und gute Einnahmen erzielt

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Der Aufenthalt im Rostocker Hafen hat sich gelohnt.“ Wolfgang Fusch (62), Kapitän des Segelschiffs „Greif“

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald/Rostock. In knapp zwei Wochen, am 16. April, wird das Segelschiff „Greif“ erstmals im Rostocker Hafen aufgetakelt. Beim Anbringen des Segelwerks wird die Crew um Kapitän Wolfgang Fusch (62) sicherlich von vielen Schaulustigen beobachtet. Denn die 1951 gebaute Schonerbrigg, die notgedrungen in Rostock den Winter verbringen musste, hat sich in ihrem Ausweichquartier zu einem echten Zuschauermagneten entwickelt.

1991 umbenannt

Der Zweimaster wurde 1951 als Geburtstagsgeschenk für DDR-Staatspräsident Wilhelm Pieck in Rostock-Warnemünde gebaut. 1954 wechselte die 41 Meter lange Schonerbrigg in den Hafen Greifswald-Wieck und wurde zum Segelschulschiff. Seit 1990 hält es die Stadt Greifswald in Fahrt. Sie hat 1991 das Schiff in „Greif“ umbenannt.

„Wir haben gutes Geld eingenommen, der Aufenthalt hat sich wirklich gelohnt“, freut sich Kapitän Fusch. Viele Familien- und Betriebsfeiern seien ausgerichtet, zahlreiche Führungen angeboten worden.

Außerdem hat die Seefahrtsschule die „Greif“ für Schulungen genutzt. „Aber das Beste ist, wir haben etliche Buchungen für den Sommer bekommen“, betont Fusch. Für das erste Halbjahr gibt es noch einige freie Plätze für Tagesfahrten. Mehrtägige Segeltörns sind bis auf wenige Restplätze bereits alle weg.

Wie hoch die Einnahmen aus der Rostocker Zeit genau sind, kann Betriebsleiter Volker Pesch noch nicht sagen. Denn erst seit dem 1. April ist er der neue Chef des Greifswalder „Seesportzentrums Greif“, zu dem das 41 Meter lange Schiff gehört. Es schippert seit einigen Jahren durch stürmische See. Verluste wurden eingefahren, außerdem war 2015 durch eine versandete Zufahrt der Weg zum angestammten Liegeplatz in Greifswald-Wieck versperrt. Deshalb ist sie nach Rostock gefahren. „Dort haben wir einen großen Sprung nach vorne gemacht, die Resonanz war überwältigend“, sagt Kapitän Fusch. Auch Volker Pesch ist begeistert, er sei der Hansestadt Rostock sehr dankbar für die Unterstützung. Die „Greif“ habe Werbung für die hansestädtische Verbundenheit beider Städte gemacht. Die gute Kooperation soll auch beim traditionellen Auftakeln demonstriert werden. Als Gäste werden Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) und sein Greifswalder Amtskollege Dr. Stefan Fassbinder (Grüne) erwartet. „Das Schiff bildet eine tolle Kulisse im Rostocker Stadthafen“, betont Methling. Die Überwinterung sei ein kleiner Beitrag gewesen, das Schiff auch künftig dauerhaft an Mecklenburg-Vorpommern zu binden. „Und ein Dankeschön an die ,Greif‘ als wichtiger und langjähriger Partner unserer Hanse Sail.“

Am 21. April sticht die „Greif“ erstmals in dieser Saison in See — nicht mit Gästen an Bord, sondern mit „Schülern“. Wie Kapitän Fusch berichtet, sei eine viertägige Ausbildungsfahrt geplant, während dieser verschiedene Manöver geübt werden. Danach geht es in Richtung Greifswald. Dort startet der erste Törn in diesem Jahr zur schwedischen Insel Bornholm.

Wann das Segelschiff den angestammten Liegeplatz an der Wiecker Südmole wieder ansteuern kann, ist noch unklar. „So bald wie möglich soll der Bereich zwischen den Tonnen vor den beiden Molenköpfen und dem Sperrwerk wieder auf das notwendige Maß ausgebaggert werden“, berichtet Betriebsleiter Pesch.

Von Kerstin Schröder

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