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Kreuzfahrt-Journalist warnt vor Gigantismus

Kreuzfahrt-Journalist warnt vor Gigantismus

Der Blogger und Moderator Uwe Bahn bietet einzigartige Kreuzfahrten an und untersützt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) beim Aufbau eines journalistischen Reiseportals

Rostock. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), zu dem die OSTSEE-ZEITUNG gehört, bereitet ein neues Reiseportal vor. Das RND kooperiert mit Uwe Bahn (58), der als Reisejournalist, Blogger und Unternehmer den Kreuzfahrtmarkt gut kennt. Seit 15 Jahren beschäftigt sich der gebürtige Lauenburger (Schleswig-Holstein) intensiv mit der Boom-Branche.

 

OZ-Bild

Reisejournalist Uwe Bahn (58) vom NDR

Quelle: Frank Söllner

Man kennt Sie als Sportmoderator, warum gehört Ihre Vorliebe als Autor dem Kreuzfahrt-Tourismus?

Uwe Bahn: Ich habe maritime Wurzeln. Mein Großvater war Binnenschiffer und Kapitän auf einem Elbe-Eisbrecher. Mein Vater hat als Konstrukteur auf einer Werft gearbeitet.

Es heißt Kreuzfahrt, weil’s alle mit dem Kreuz haben – als Sie 2002 ihre erste Kreuzfahrt mit der „Astor“ machten, galt dieser derbe Spruch noch. Hatten Sie’s im Kreuz?

Bahn: Nein, aber seitdem hab’ ich’s am Herzen. Auf dieser Karibik- Tour hab ich mein Herz für Kreuzfahrten entdeckt. Ein Jahr später bin ich gleich mit dem ersten Aida-Schiff gefahren, der „Aidaaura“, auf der es dann ja schon viel unkonventioneller zuging. Seitdem habe ich – das brachte der Beruf mit sich – immer wieder Touren gemacht, auf sehr vielen Schiffen der verschiedensten Reedereien.

Seit zehn Jahren veröffentlichen Sie jährlich mit Ihrem Kollegen Johannes Bohmann den „Kreuzfahrt Guide“, das Standardwerk für Liebhaber von Schiffsreisen. Was sind die Trends in der Boom-Branche?

Bahn: Der Trend zum Gigantismus, aber auch zur Demokratisierung der Branche. Es gibt heute eine Vielfalt auf dem Kreuzfahrtmarkt. Neben den Angeboten von Großreedereien, wie TUI, Aida, MSC und Costa, gibt es Nischenmärkte wie Expeditionskreuzfahrten oder Segler-Touren. Der Markt bietet für jeden etwas, vom schmalen Budget bis zur Exklusivreise.

Der Trend zum Gigantismus, stimmt Sie der nicht bedenklich?

Bahn: Doch.

Warum?

Bahn: Diese Riesenschiffe werden in Notfällen nur schwer zu beherrschen sein. Aber sie bringen noch andere Dinge mit sich, die kritisch zu sehen sind. Das sind zu viele Anläufe zur selben Zeit, eine wahre Invasion von Schiffen in bestimmten Häfen. Estlands Hauptstadt Tallinn und das kroatische Dubrovnik leiden zum Beispiel darunter, dass zu viele Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig denselben Standort anlaufen. Dadurch konzentrieren sich dann einfach zu viele Touristen an denselben Plätzen.

Mit Ihrer Hamburger Firma CC Cruise Company geben Sie als Produzent von Erlebnis- und Themenreisen selbst kreative Impulse für den Markt. Warum haben Sie für die Touren mit Udo Lindenberg, Peter Maffay oder der amerikanischen Full Metal Cruise kein Segelboot genommen?

Bahn: Als Udo Lindenberg 2009 zu mir kam und sagte, er will mit seinen Fans in See stechen, da hatte er erst ein kleineres Schiff im Blick. Ich habe ihm geraten, gleich groß zu denken und ihm die damals neue Reederei TUI Cruises empfohlen. In diesem Frühjahr ist „Udos Rockliner“ auf „Mein Schiff 3“ schon zum vierten Mal gestartet. Ausverkauft. Vor zwei Jahren habe ich mit den Jungs aus Wacken die Firma gegründet. Wir glauben, dass diese „Stars at Sea“-Reisen einzigartig sind, besondere Erlebnisse auf See an Bord. Das hat noch viel Potenzial. Die Themen liegen auf der Straße – und oft vor der eigenen Haustür.

Wie Ihr Projekt „Heimathäfen“, mit dem Sie bereits mehrmals deutsche Inseln anpeilten. Warum nur Sylt, Borkum und Helgoland? Gibt es ähnliche Pläne für Rügen und Usedom?

Bahn: In Sassnitz haben wir schon einmal angelegt, vor Usedom lagen wir auf Reede. Die „Hamburg“, die der Bremer Anbieter Plantours & Partner dafür einsetzt, ist mit 400 Passagieren ein kleineres Schiff. Sie wurde übrigens 1996/97 auf der MTW in Wismar gebaut.

Sie kooperieren mit der Madsack- Mediengruppe, die ein eigenes Reiseportal vorbereitet. Warum machen Sie mit, was bringen Sie dabei ein?

Bahn: Die Idee, die Kompetenz von 34 Zeitungstiteln beim Thema Reisen zusammenzuführen, ist sehr reizvoll. Reisen ist ja etwas, was jeder gern tut. Dass Leser und User dort nicht nur Anregungen und Service finden, sondern sich auch zu Reiseerlebnissen austauschen können, wird sicherlich gut angenommen werden. Ich bin Netzwerker, habe gute Kontakte zu Reedereien und in die verschiedenen Destinationen. Außerdem bin ich Autor, ich möchte für Ihre Nutzer spannende Reportagen schreiben. Ich bin sicher, das Portal wird ein großer Erfolg.

Interview von Elke Ehlers

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