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Seewirtschaft Kreuzfahrt-Passagiere hielten sie für eine echte Hostess
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Kreuzfahrt-Passagiere hielten sie für eine echte Hostess
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00:00 02.01.2018
Hamburg

Heide Keller gehört zur deutschen Fernseh-Geschichte. Über 35 Jahre war sie für eine einzige Rolle bekannt: Chefhostess Beatrice auf dem ZDF-„Traumschiff“. In der gestrigen Abendfolge ging sie von Bord.

Heide Keller FOTO: H. KAISER/DPA

Frau Keller, die letzte „Traumschiff“-Folge mit Ihnen wurde vor einiger Zeit abgedreht. War es schwer, von Bord zu gehen?

Heide Keller: Dem letzten Tag auf dem Schiff ging ein letzter Drehtag voraus mit großem Tamtam und einem wunderbaren Fest, das man für mich veranstaltet hat. Das habe ich gut verkraftet. Ich konnte mich vorbereiten. Als ich dann aber am letzten Tag wirklich die Gangway herunterging, standen alle Passagiere auf den Balkonen, der Kapitän mit seiner Crew im Hafen, das Schiff hupte, die „Traumschiff“-Melodie lief und meine Kollegen standen unten. Da hat es mich dann doch . . . erwischt.

Sie haben seit dem Start 1981 die Chefhostess Beatrice gespielt. Haben Sie die Passagiere nicht irgendwann auch für eine Hostess gehalten?

Später nicht mehr. Aber am Anfang schon. Als ich in der Uniform herumlief, wurde ich gefragt: „Fräulein, können Sie uns eben helfen?“ Ich habe dann immer gesagt: Aber natürlich. Ich bringe Sie eben schnell hin.

Gab es diese Vermischung von Realität und Fernsehen auch anderswo? Sascha Hehns Rolle als Steward bestand zum Beispiel darin, den Frauen den Kopf zu verdrehen. War das auch hinter der Kamera so?

Nein. Der Sascha war immer zurückgezogen. Jetzt geht er ein bisschen mehr unter die Menschen. Aber er hat viel allein gemacht, fast eigenbrötlerisch. Er ist höflich, aufmerksam und flirtet auch.

Aber ich habe nie erlebt, dass er sein Charisma eingesetzt hätte, um Erfolg bei Frauen zu haben. Den hatte er sowieso.

Ihnen wurden doch sicherlich auch einige Avancen gemacht. Oder?

Mir? Von wem denn? Die Männer auf dem Schiff sind alles ihren Frauen hinterherwandelnde Ehemänner. Es ist eine gute „Traumschiff“-Geschichte. Aber ich habe nie erlebt, dass es passiert ist.

Stichwort „Traumschiff“-Geschichten. Es hat sich nie viel verändert.

Ich bin auch dagegen, dass sich viel verändert. Manche Bücher haben mir nicht gefallen. Zum Beispiel wenn plötzlich fünf Einheimische in schlecht geschnittenen Polizeiuniformen über eine einsame Insel rennen. Das sollten wir den Amis überlassen, die können das besser. Das „Traumschiff“ braucht das nicht, Action habe ich nie bevorzugt. Die richtige Mischung ist die von Wolfgang Rademann (langjähriger „Traumschiff“-Produzent – Anm. d. Redaktion): Eine lustige Geschichte, eine Liebesgeschichte und eine menschlich anrührende Geschichte. Wenn es dabei bleibt, bleibt auch der Erfolg.

Neue Crew-Mitglieder gab es aber immer mal wieder. Wie war es, mit Harald Schmidt zu drehen?

Ich habe mich immer gefreut, wenn Harald Schmidt kam. Er ist gut gelaunt, sehr diszipliniert, sehr bescheiden, sehr höflich, sehr kommunikativ. Ich kann ihn ausgesprochen gut leiden. Nur: Wenn eine Pointe da liegt, muss er sie machen. Das ist sein Wesen. Ich habe allerdings nie eine von ihm gehört, die nicht gut gewesen wäre.

Interview: Jonas-Erik Schmidt

Abschied von der ZDF-Serie mit 78 Jahren

Heide Keller, in Düsseldorf geboren, ist Schauspielerin und fing auf dem ZDF-„Traumschiff“ an, als das deutsche Fernsehen nur aus ARD, ZDF und den dritten Programmen bestand. Seit dem Start der Serie 1981 gehörte die heute 78-Jährige als Hostess Beatrice zur Crew. Andere Engagements, etwa Auftritte in „Klimbim“, „Manni, der Libero“ oder Verfilmungen von Rosamunde Pilcher, treten dahinter deutlich zurück.

OZ

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