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Kulturschiff „Stubnitz“ bleibt in Hamburg

Hamburg/Rostock Kulturschiff „Stubnitz“ bleibt in Hamburg

Das ehemalige Fischereischiff hat einen Liegeplatz für weitere zehn Jahre in der Hafencity erhalten / Besucht die „Stubnitz“ ihren Heimathafen Rostock zum 800. Stadtgeburtstag?

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Seit drei Jahren liegt die „Stubnitz“ in Hamburg. Zu den Veranstaltungen am Kirchenpauerkai 26 kommen pro Jahr rund 30000 Gäste.

Quelle: Falk Rugies

Hamburg/Rostock. Ihr Heimathafen ist Rostock – doch seit drei Jahren liegt die „Stubnitz“ in Hamburg. Frühestens in zwei Jahren läuft das Kulturschiff seinen Heimathafen Rostock vielleicht wieder an – zumindest für einen Kurzbesuch. „Ich würde mich freuen, wenn wir zur 800-Jahr-Feier nach Rostock kommen könnten“, sagt Projektkoordinator Urs Blaser. Für einen Besuch an der Warnow 2018 gebe es Überlegungen, der Ausgang sei aber noch ungewiss.

Sicher ist aber, dass die „Stubnitz“ für weitere zehn Jahre in der Hamburger Hafencity liegen darf. Vor einigen Tagen hat die Stadt dem schwimmenden Denkmal eine entsprechende Genehmigung bis zum Jahr 2026 verlängert. Für den Liegeplatz zahlen die Betreiber eine Wassernutzungsgebühr von jährlich 6000 Euro.

Ob die „Stubnitz“ also absehbar wieder dauerhaft in Rostock anlegen wird, ist fraglich. Mit so einem aufwendigen Projekt wie der „Stubnitz“ sei es für einen Kulturveranstalter nicht leicht, über die Runden zu kommen, erklärt Urs Blaser. Wegen des höheren Gästepotenzials sei in der Millionenstadt Hamburg der Bedarf an Zuschüssen geringer. In Rostock war der Verein zuletzt 2012 mit insgesamt 103500 Euro unterstützt worden. Die Höhe der Zuschüsse habe sich über zehn Jahre nicht verändert, hingegen seien die Kosten deutlich gestiegen.

Mit der Standortsicherung in der Hafencity können die Kulturschaffenden nun wieder langfristig planen – für Konzerte, Lesungen, Partys. Aber nicht nur in Hamburg. Blaser: „Das Schiff hat noch immer die volle Zulassung.“ Und als schwimmendes Kulturprojekt soll es auch in anderen europäischen Häfen eingesetzt werden.

Zum bislang letzten Mal legte die „Stubnitz“ 2012 in Rostock ab. Anschließend fuhr das ehemalige Fischereischiff unter anderem nach London und ins französische Dunkerque. Im August 2013 machte die „Stubnitz“ dann in Hamburg fest, wo sie sich am Kirchenpauerkai 26 längst als beliebter Veranstaltungsort etabliert hat. Rund 30000 Gäste kommen pro Jahr an Bord. Zudem diente das Schiff als Drehort für den Anfang des Jahres ausgestrahlten ARD-Tatort „Der große Schmerz“ mit Til Schweiger und Helene Fischer.

Das knapp 80 Meter lange Kühlschiff wurde 1964 auf der Volkswerft Stralsund gebaut und war unter anderem für den Volkseigenen Betrieb (VEB) Fischfang Rostock bis 1992 auf den Weltmeeren unterwegs.

Seit den 1990er Jahren dient es als mobile Plattform für kulturelle Veranstaltungen.

Doch die See war für die „Stubnitz“ auch weiterhin recht stürmisch. Mitte der 1990er Jahre mussten die Kulturschaffenden als GmbH etwa Konkurs anmelden. 1998 wurde der Trägerverein Rostocker Kulturschiff Stubnitz als Schiffseigner eingetragen. Regelmäßig schlagen jedoch Werftaufenthalte für die Klassifizierung Löcher in die Kasse. Alle fünf Jahre muss die „Stubnitz“ ins Dock, um die Klasse – eine Art Tüv für Schiffe – zu erneuern. Zuletzt konnten die Betreiber 2014 mit einer großen Internet-Spendenaktion über eine sogenannte Crowdfunding-Plattform 60000 Euro einsammeln.

Rund 1500 Unterstützer hatten Geld für das Schiff gegeben. Unter anderem hatten der Rapper Marteria und die Band Dritte Wahl – beide aus Rostock – zu Spenden aufgerufen.

Ausgezeichnetes Schiff mit Originalanlagen

2002 erhielt Projektkoordinator Urs Blaser für sein Engagement um Jugend und Kultur den „Kulturpreis der Hansestadt Rostock“. 2012 wurde das Schiff zur „Spielstätte der Bundesregierung“ gekürt.

Das MS „Stubnitz“ stellt ein weitgehend original erhaltenes Fahrzeug der ehemaligen DDR-Hochseefischerei dar, obwohl für die heutige Nutzung einige Bereiche baulich verändert werden mussten. Weitestgehend original erhalten sind u.a. die elektromechanische Maschinenanlage und ihre Gleichstromtechnik, die Kommandobrücke, die Wohn- und Sozialbereiche wie Kammern, Kombüse, O-Messe sowie das bordeigene Hospital.

Axel Meyer

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