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Seewirtschaft Maritimes Zentrum entwickelt sein Profil
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00:20 07.05.2018
Wolfgang Sichermann, Geschäftsführer des Maritimen Zentrums Quelle: Foto: Dpa

Hamburg. Seit einem Monat hat Wolfgang Sichermann einen neuen Job und ist der erste Geschäftsführer des Deutschen Maritimen Zentrums (DMZ). Noch ist der 42-jährige Schiffbauingenieur der einzige Beschäftigte des DMZ, doch das soll sich schon bald ändern. „Wir wollen in drei Monaten vollständig arbeitsfähig sein“, sagte Sichermann. Im Mai sollen Büroräume in der Nähe des Hamburger Hafens bezogen und weitere Arbeitsverträge unterschrieben werden. Noch wichtiger: Die neue Institution auf der maritimen Bühne muss ihr Profil bestimmen.

Das DMZ soll keine neue Behörde werden und auch kein Super-Verband, der für alle in der Branche sprechen könnte. Eher eine Art Denkfabrik, die sich die langfristigen Trends und Entwicklungen in der Schifffahrt, beim Schiffbau und in den Häfen ansieht und Herausforderungen benennt und analysiert. „Ein Beispiel wäre das autonom fahrende Schiff ohne Besatzung“, sagte Sichermann. Ein großes Thema in der Branche. Die Werften schauen darauf unter dem Aspekt der technischen Entwicklung, die Reeder auf den laufenden Schiffsbetrieb und die Häfen auf die Sicherheit und Infrastruktur. „Wir werden versuchen, einen 360-Grad-Blick zu entwickeln“, meint der Geschäftsführer. Viele Dinge gehören in der Branche zusammen, werden aber oftmals einzeln gesehen.

Ein paar andere Beispiele: Welches ist der Schiffsantrieb der Zukunft? Die Umweltvorschriften für Schiffe werden weltweit immer schärfer, das Aus für die Schweröl-Motoren der Handelsschiffe ist über kurz oder lang unausweichlich. Ist das verflüssigte Erdgas (LNG) eine langfristige Alternative? Oder nimmt die Entwicklung eine ganz andere Richtung? Welche Rolle wird China künftig spielen, nachdem die Regierung den Bau von anspruchsvollen Kreuzfahrtschiffen zu ihrem strategischen Ziel erklärt hat und den Weltmarkt erobern will? Wie wird die Digitalisierung die maritimen Branchen verändern?

Um Antworten auf diese und andere Fragen zu finden, sucht Sichermann rund ein Dutzend Experten, aus der Praxis ebenso wie aus der universitären Forschung. Das sollen nicht unbedingt Ingenieure sein, sondern ebenso Wirtschaftswissenschaftler oder Vertreter anderer akademischer Disziplinen. Sie sollen Lösungspfade und neue Chancen aufzeigen und so die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche stärken. „Wir wollen die Themen und die Akteure besser verknüpfen und den Austausch intensivieren“, sagt Sichermann. Das DMZ ist organisiert als ein Verein, in dem sich Wirtschaft und Politik zusammengefunden haben. Finanziert wird es zunächst vom Bund mit neun Millionen Euro für drei Jahre.

Eckart Gienke

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