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Seewirtschaft „Mein Schiff 5“ ist startklar
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft „Mein Schiff 5“ ist startklar
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00:01 27.06.2016

/Neubrandenburg. Als kleiner Junge hat er bei seinen Großeltern in Travemünde (Schleswig-Holstein) die großen Pötte von Land aus bewundert. Jetzt befindet er sich selbst auf einem – und das auch noch in entscheidender Funktion. Sören Anderl hat an diesem Vormittag auf der Brücke das Ruder in der Hand. Der Lübecker darf die „Mein Schiff 5“, das neueste Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises, das erste Stück in die Kieler Förde hineinfahren, ehe Kapitän Kjell Holm übernimmt. „Das war schon ein besonderer Moment“, sagt der Chief Officer Navigation. Noch emotionaler dürfte es für den 29-Jährigen in drei Wochen werden: Dann läuft „Mein Schiff 5“ seinen Heimathafen Travemünde an.

19 Monate nach dem Baustart auf der Meyer Turku Werft in Finnland wird der Kreuzfahrer am 15. Juli vor dem Ostseebad getauft. „Das ist ein Highlight“, sagt Anderl. Seit 2006 fährt er zur See, zu Beginn als Schiffsmechaniker auf MS „Deutschland“. Nach seinem Nautik-Studium in Elsfleth (Niedersachsen) und insgesamt neun Jahren bei der Reederei Deilmann wechselte er 2015 zu Tui Cruises. Im April ging es in Turku auf die „Mein Schiff 5“. Als Chief Officer Navigation ist er für die Routenplanung verantwortlich.

Insgesamt 1000 Menschen arbeiten auf dem fünften Tui-Kreuzfahrer. Ob auf der Brücke, im Kids-Club oder in einem der Restaurants: „Mein Schiff 5“ bietet die unterschiedlichsten Betätigungsfelder.

Knapp 50 Nationen sind in der Crew vertreten, Offizier Anderl ist nicht das einzige Nordlicht an Bord. Sein Arbeitsplatz ist wohl der schönste auf dem ganzen Schiff. Die Brücke bietet einen 270-Grad-Ausblick. Für das Design ist maßgeblich Kapitän Holm verantwortlich. Der Finne, der inzwischen in Australien lebt, blickt auf mehr als 50 Berufsjahre zurück.

Einfach mal an Deck gehen und sich den Wind ins Gesicht wehen lassen – das genießt Christian Fuchs. Der Erzieher, der zuvor in einem Kinderheim tätig war, wollte beruflich was ganz Neues machen: Seit Juli 2014 fährt der Neubrandenburger nun zur See. Im Kids-Club ist er für die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen zuständig. Die Sieben-Tage-Woche bedeutete zunächst eine Umstellung, auch die nicht immer ganz standfeste Position seines neuen Arbeitsplatzes hatte mitunter Folgen. Aber er fühlt sich sehr wohl an Bord. Die lange Abwesenheit von zu Hause stelle kein Problem dar, sagt der 28-Jährige. „Ich brauche Veränderung.“ Die hat er auf dem Kreuzfahrtschiff. Die Arbeit biete auch ganz praktische Vorteile: keine Miete zu zahlen etwa. „Ich hatte im letzten Jahr keine Wohnung“, sagt Fuchs. Das ändert sich im September. Dann kehrt er nach Neubrandenburg zurück. Jedoch nicht für immer. In seinem Jahresurlaub arbeitet er wieder an Bord.

Julia Konerding

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