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Milliarden-Aufträge im Marine-Schiffbau zu vergeben

Kiel/Berlin Milliarden-Aufträge im Marine-Schiffbau zu vergeben

Auf U-Boote spezialisierte Kieler Werft hofft / Branche gespannt, wer Zuschlag für deutsches Mehrzweckkampfschiff MKS 180 erhält

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Das deutsche Boot „U 31“ auf dem Gelände der Kieler Werft Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS)

Quelle: Foto: Carsten Rehder/dpa

Kiel/Berlin. . Rüstungsprojekte in Milliardenhöhe zeichnen sich im Marine-Schiffbau ab – und dürften die Auslastung der Kieler Werft von ThyssenKrupp Marine Systems (2800 Beschäftigte) über Jahre sichern. „Allgemein ist die internationale Marktlage für Marineschiffe gut“, sagte ein TKMS-Sprecher. Die internationale Konkurrenz sei stark. „Für „Made in Germany“ sehen wir allerdings gute Chancen.“ Das gilt nicht nur für nicht-nukleare U-Boote, bei denen TKMS „klar Marktführer“ sei.

Mit Spannung wartet die Branche auf die Entscheidung, welches Konsortium das neue Mehrzweckkampfschiff MKS 180 für die deutsche Marine bauen darf. Am 27. Dezember endet die Abgabe-Frist für das zweite Angebot. Daran schließe sich aber „ noch die Angebotsauswertung an“, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Nur noch drei Bieterkonsortien sollen im Rennen sein. TKMS gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft (Hauptsitz Bremen), das niederländische Unternehmen Damen Shipyards Group in Partnerschaft mit Blohm+Voss sowie German Naval Yards als Generalunternehmer. Fr. Lürssen hat doppelte Chancen, denn das Unternehmen hatte 2016 die Hamburger Schiffswerft Blohm+Voss GmbH übernommen. Ursprünglich sollten erst vier MKS 180 geordert werden, inzwischen sind es sechs. Allein die ersten vier MKS 180 werden laut „bundeswehr-journal“ statt vier rund 4,5 Milliarden Euro kosten, die Auslieferung solle ab 2023 beginnen.

Zwei politische Entscheidungen nähren Hoffnungen der Rüstungsbranche für die Zukunft: Zum einen die im Dezember beschlossene grundsätzliche Verpflichtung von 25 EU-Ländern für eine weitgehend gemeinsame europäische Verteidigungspolitik – mit real steigenden Verteidigungsausgaben und dem Ziel gemeinsamer Rüstungsprojekte. Zum anderen die von Norwegen und Deutschland vereinbarte strategische Partnerschaft im Marine-Bereich.

Norwegen will vier U-Boote in Kiel von TKMS bauen lassen, die deutsche Marine zwei weitere U-Boote im Rahmen desselben Loses – aber mit eigenen Spezifikationen. Norwegen hat für das U-Boot-Paket umgerechnet etwa 4,3 Milliarden Euro eingeplant. Der Vertrag könnte 2019 unterzeichnet werden.

Zwei Boote für Ägypten und vier Boote für Singapur stehen in den Auftragsbüchern von TKMS. Neben den sechs U-Booten für Norwegen und Deutschland hofft TKMS, drei weitere Boote für Israel bauen zu können.

Im Überwasserbereich agiert TKMS als Generalunternehmer und gemeinsam mit Partnern. Fr. Lürssen, Partner von TKMS, erhielt kürzlich einen Großauftrag aus Australien für zwölf Offshore-Patrouillenboote.

Matthias Hoenig

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