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Seewirtschaft Müll-Inseln bald UN-Mitglied?
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Müll-Inseln bald UN-Mitglied?
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00:00 06.08.2018
Bangkok

Für einen Staat, den es noch gar nicht gibt, sind die Trash-Inseln schon verhältnismäßig weit. Das Gebilde im Pazifik, irgendwo zwischen Japan und Hawaii, hat bereits Wappen (Devise: „Der Ozean braucht uns“), Flagge (blau-weiß mit grünem Dreieck), Währung (den Debris), Briefmarken (mit Fischen, Vögeln und Schildkröten als Motiv) und sogar einen Ehrenbürger: den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore.

Die ersten Geldscheine der „Trash Isles“ über 20 Debris Quelle: Foto: Dpa

Was den Trash-Inseln noch fehlt, ist die internationale Anerkennung, durch die Vereinten Nationen oder auch nur durch irgendjemanden sonst. Und vor allem: ein richtiges Staatsgebiet. Wer versuchen sollte, seinen Fuß auf sie zu setzen, versinkt unweigerlich im Meer. Denn die Trash Isles (zu deutsch: Müll-Inseln) sind nichts anderes als eine Idee, mit der Umweltschützer auf die immer schlimmer werdende Plastikmüll-Plage in den Ozeanen aufmerksam machen wollen. Wobei: Eine reine Erfindung ist das Ganze nicht. Tatsächlich treibt längst ein gigantischer - wenn auch loser – Teppich aus Plastikmüll durch den Pazifik: Flaschen, Tüten, Verpackungen, aller möglicher sonstiger Dreck. Das Meiste zerfällt nach und nach zu Kleinteilchen, die unter der Wasseroberfläche driften und die man kaum noch erkennt. Entdeckt wurde der Müllstrudel („Great Pacific Garbage Patch“) von Wissenschaftlern schon vor 20 Jahren. Experten schätzen, dass er größer als Frankreich ist, eine Fläche von mindestens 700000 Quadratkilometern. Weil er jedoch durch Regionen treibt, in denen weder viele Schiffe noch Urlauber unterwegs sind, hält sich das Interesse in Grenzen. Alles in allem wird vermutet, dass heute schon 140 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen schwimmen. Jahr für Jahr kommen acht Millionen hinzu. Das Problem ist erkannt; aber genug dagegen unternommen wird nicht.

Beim G-20-Gipfel in Hamburg beließen es die großen Industrie- und Schwellenländer bei einem unverbindlichen Aktionsplan.

Ch. Sator

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