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Seewirtschaft Nordsee-Fischer in schwerer See
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Nordsee-Fischer in schwerer See
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00:00 29.03.2016

Zum Schutz von Schweinswalen, Vögeln, Riffen und Kleingetier am Meeresboden will der Bund in großen Gebieten der Nordsee die Fischerei teils ganzjährig verbieten (die OZ berichtete). Verbände der Fischer reagierten darauf mit scharfer Kritik, weil sie Einbußen befürchten. Nach ihrer Ansicht schießen die Pläne über das Ziel hinaus. Widerspruch gibt es auch aus der Landespolitik. Betroffen ist vor allem die Fischerei mit Grundschleppnetzen und Stellnetzen in den Schutzgebieten Östliche Deutsche Bucht und Sylter Außenriff vor der schleswig-holsteinischen Küste, Borkum Riffgrund vor Niedersachsen und Doggerbank, die noch weiter draußen liegt. „Es ist gut für die Natur, aber es ist auch gut für die Fischer, wenn es Schutzzonen gibt, in denen sich die Bestände erholen können“, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie erntete harsche Kritik: Wenn der Bund 30 Prozent der deutschen Nordseefläche sperren wolle, sei das nicht hinnehmbar, sagte ein Sprecher des Deutschen Fischerei-Verbandes. „Das ist so, als nähme man einem Bauern ein Drittel seiner Fläche weg.“ Deutschland sollte wie andere Länder die Verbotszonen präziser definieren und nicht riesige Flächen ausweisen. Der Verband hält die Pläne zum Teil für rechtswidrig.

Für ein zielgenaueres Vorgehen ist auch der Kieler Fischerei- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Die heimischen Krabbenfischer drohten unverhältnismäßig stark belastet zu werden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte die Pläne grundsätzlich, forderte zudem ähnliche Regelungen für die Ostsee. Fischereiexperte Thilo Maack kritisierte, Deutschland habe es nach der Ausweisung der Schutzgebiete 2007 nicht geschafft, dort die menschlichen Aktivitäten zu beschränken und sich daher ein Vertragsverletzungsverfahren der EU eingehandelt. „Das hängt jetzt wie ein Damoklesschwert über der Bundesregierung und ist der Hintergrund für die jetzigen Vorschläge.“

OZ

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