Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Seewirtschaft „Peter Pan“ ist jetzt 30 Meter länger
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft „Peter Pan“ ist jetzt 30 Meter länger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 30.07.2018
Die neue „Peter Pan“ der Fährreederei TT-Line wurde auf 220 Meter verlängert und mit einem sogenannten Wulstbug ausgestattet. Quelle: Fotos: Ttline.com
Rostock

Aus alt mach neu: Nach ihrem Umbau steuert die „Peter Pan“ am 4. September zum ersten Mal den Seehafen Rostock an. Das Schiff der Fährreederei TT-Line war seit Anfang des Jahres auf der Werft German Drydocks (GDD) in Bremerhaven um 30 Meter verlängert worden. Dabei erhielt die Fähre auch einen sogenannten Wulstbug. „Mit der neuen Länge von 220 Metern ist die ,Peter Pan’ ein Hingucker geworden“, sagt TT-Line-Sprecherin Gudrun Köhler.

Die TT-Line-Flotte

Die Fährreederei TT-Line verbindet mit sechs Fähren Rostock, Lübeck und Swinoujscie (Polen) mit dem schwedischen Trelleborg. Neben der verlängerten „Peter Pan“ (Länge 220 Meter) sind das die „Nils Holgersson“ (190 Meter), „Nils Dacke“ (180 Meter), „Huckleberry Finn“ (177 Meter), „Robin Hood“ (180 Meter) und „Tom Sawyer“ (177 Meter).

Der Umbau sei eine „große technische Herausforderung“ gewesen. Zunächst wurde die damals noch 190 Meter lange Fähre, die seit 2001 im Liniendienst im Einsatz ist, ins GDD-Trockendock gezogen, wobei das Hinterschiff auf Gleitschienen abgesetzt wurde. Anschließend hat man die Fähre mit Schneidbrennern in zwei Hälften geschnitten und alle Kabel- und Rohrleitungen getrennt. „Mithilfe mächtiger Hydraulikpressen konnte das Hinterschiff nach dem Abtrennen auf den Schienen einfach nach hinten gezogen werden“, erklärt TT-Line-Projektleiter Jan Seemann.

Präzision war auch beim Einbau der Mittschiffsektion gefordert. Das 30 Meter lange Zwischenstück wurde mit teflonbeschichteten Schienen, hydraulischer Hebelvorrichtung und Lasertechnik erst am Vorderteil positioniert, dann mit dem hinteren Teil komplettiert.

Durch die Runderneuerung hat sich die Fracht- und Ladekapazität der „Peter Pan“ um 25 Prozent erhöht (jetzt: 3000 Lademeter). Ebenfalls um 25 Prozent sollen sich den Angaben zufolge die Emissionen pro transportierter Frachteinheit verringern. Einen wesentlichen Anteil habe daran der neue Wulstbug, ein tropfenförmiger Vorbau am Bug unterhalb der Wasserlinie.

Bis zu 850 Leute arbeiteten teilweise gleichzeitig im 24-Stunden- Schichtdienst an Bord. Die Umbauarbeiten der Ro/Pax-Fähre dauerten gut fünf Monate – und damit drei Monate länger als geplant. Beim Verlegen der Elektrokabel sei es zu Verzögerungen gekommen. Über die Kosten für den Umbau macht TT-Line (Firmensitz Lübeck) keine Angaben. Früheren Aussagen zufolge habe die Reederei einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investiert.

Schiffsverlängerungen seien „ein erprobtes, schnelles und vergleichsweise preisgünstiges Verfahren“, erklärt die Sprecherin des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Kathrin Ehlert-Larsen.

Durch einen solchen Umbau könne in kurzer Zeit zusätzlicher Platz für Ladung, Passagiere oder auch neue Antriebstechnik geschaffen werden. Die Reeder verfügten somit nach kurzer Zeit über mehr Kapazität. Auch ältere Schiffe könnten wieder wirtschaftlicher und umweltfreundlicher betrieben werden.

„Einige deutsche Werften haben sich erfolgreich auf diesen Bereich spezialisiert“, sagt Kathrin Ehlert-Larsen. So seien beispielsweise die Kreuzfahrtschiffe „Balmoral“ und „Braemar“ sowie die RoRo-Schiffe „Primula Seaways“, „Stena Hollandica“ und „Stena Britannica“ erfolgreich in Deutschland verlängert worden.

Eine Konkurrenz durch den Fehmarnbelt-Tunnel, der 2028/2029 eröffnet werden soll, fürchtet TT-Line offenbar nicht. Der Tunnel werde die Strecke von Deutschland über Dänemark nach Schweden in Bezug auf die Kilometer nicht verkürzen, sagt TT-Line-Sprecherin Gudrun Köhler. Insofern führe auch dann „der direkte sowie mautfreie und entspannte Weg nach Schweden über die Fähre“.

Axel Meyer

Neubau „Mein Schiff 2“ auf Meyer Werft in Turku kurz vor Fertigstellung

30.07.2018

Flaschenpost wurde 1886 von einem deutschen Frachter vor Australien ins Meer geworfen

23.07.2018

Blick auf die Baustelle des neuen Schiffshebewerkes im brandenburgischen Niederfinow (vorn) und des alten Hebewerkes dahinter.

23.07.2018