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Propeller-Hersteller aus Waren drosselt die Produktion

Waren Propeller-Hersteller aus Waren drosselt die Produktion

Die Mecklenburger Metallguss GmbH will mit Kurzarbeit, Forschung an sparsamen Antriebssystemen und hoher Produktivität die Schiffbaukrise überstehen.

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Metallguss- Gesch�ftsf�hrer Manfred Urban

Waren. Wegen der Krise im Schiffbau fährt der Hersteller der weltweit größten Schiffsschrauben vorübergehend seine Produktion herunter. „Nach einem Umsatz von 90 Millionen Euro 2012 erwarten wir für 2013 rund 70 Millionen Euro Umsatz“, sagte Manfred Urban, Geschäftsführer der Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG) in Waren (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Grund dafür sind noch immer sehr zögerliche Schiffsbestellungen von Reedern weltweit. „Wir hoffen, dass sich das 2014 wieder bessert.“

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In der Mecklenburger Metallguss GmbH pr�ft ein Mitarbeiter mit einer Schablone den Kantenverlauf an einem Propeller.

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Die Gießerei plant ab Mitte März für sechs Monate Kurzarbeit für jeweils rund 60 der knapp 220 Beschäftigten. So hatte das Unternehmen bereits die Folgen der Finanzkrise von 2008 überwunden. MMG produziert nach eigenen Angaben 60 Prozent der weltweit eingebauten Schiffspropeller ab 80 Tonnen Gewicht.

„Die Neubauten werden auf jeden Fall kommen, denn die Reeder müssen immer geringere Grenzwerte — wie beim Ausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden — einhalten“, so der Fachmann. Wegen der Krise steigt zudem der Kostendruck. „Bei drei Prozent weniger Energieverbrauch kann ein Schiff von Shanghai nach Hamburg bis zu 70 000 Euro sparen“, argumentierte Urban. MMG entwickelte dafür besonders treibstoffsparende Propeller und Antriebspakete mit ebenfalls energiesparenden Ruderformen.

Im weltweiten Wettbewerb sieht Urban die Traditionsgießerei gut aufgestellt. „Die Grundkosten wie Material sind fast überall gleich, ein Nachteil sind hohe Energiekosten.“ Das muss durch höchste Arbeitsproduktivität ausgeglichen werden. Dabei kommen der MMG die Millioneninvestitionen und der komplette Umbau der Fertigung in den vergangenen Jahren zugute. „2012 war mit mehr als 140 gegossenen Propellern unser zweitbestes Jahr, für 2014 gibt es schon die ersten Aufträge“, betonte Urban. Außerdem werden derzeit noch Anfragen von Reedereien bearbeitet, die zum Teil auf sehr große Schiffsprojekte zielen. Darunter sind auch wieder Containerschiffe.

Die Gießerei hält mit einer Riesenschraube von fast zehn Meter Durchmesser und rund 130 Tonnen Gewicht noch immer den Rekord unter den „dicken Propellern“. Entsprechend der weltweiten Verteilung — etwa drei Viertel der Schiffe werden in China, Südkorea und Japan gebaut — liefert auch die MMG ihre Propeller vorwiegend zu den großen Herstellern in Südostasien.

Die Gießerei gehört seit 1999 zur Essener Deutschen Gießerei- und Industrieholding AG (DIHAG) mit insgesamt rund 1800 Beschäftigten. Die Gruppe verfügt über zehn Gießereistandorte in Deutschland, Polen und Ungarn, darunter auch die Schmiedeberger Gießerei und die Walzengießerei Coswig in Sachsen sowie Gießereien in Meuselwitz und Arnstadt in Thüringen.

Gießerei mit langer Tradition
Der Schiffspropeller-Hersteller Mecklenburger Metallguss GmbH blickt auf eine lange Tradition zurück. Das Unternehmen ging aus einer
1871
gegründeten Maschinenbauanstalt mit Eisengießerei hervor. Seit 1999 gehört die Firma zur Essener Deutschen Gießerei- und Industrieholding AG. Der Spezialist aus Waren erzielte 2012 einen Umsatz von 90 Millionen Euro, in diesem Jahr wird mit 70 Millionen Euro gerechnet.

Der Weltrekord-Propeller aus Waren hatte einen Durchmesser von fast zehn Metern und wog rund 130 Tonnen. Zuletzt lieferte das Unternehmen unter anderen für den Aida-Neubau „Aidastella“ zwei strömungsoptimierte und speziell konzipierte Schrauben mit einem Durchmesser von 5,20 Metern und einem Gewicht von 12,8 Tonnen.

Winfried Wagner

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