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Seewirtschaft Reeder bald in normalem Fahrwasser
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Reeder bald in normalem Fahrwasser
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00:05 11.09.2017

. Noch ist es zu früh für endgültige Entwarnung, aber langsam macht sich in der Schifffahrtsbranche Zuversicht breit. „Frachtraten und Preise für gebrauchte Schiffe haben sich stabilisiert“, sagte Alfred Hartmann, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), in Hamburg. Die Talsohle sei durchschritten, in zwei Jahren könnte die Branche wieder in normales Fahrwasser gelangen. Auch künftig werde es wachsenden Welthandel, internationalen Warenaustausch, globale Schifffahrt geben.

Doch die hartnäckige Krise hat tiefe Spuren in der deutschen Schifffahrt hinterlassen. „Wir haben rund 1000 Schiffe verloren; allein in diesem Jahr 133“, sagte der Reeder-Präsident, der die Hartmann-Gruppe im ostfriesischen Leer gegründet hat und führt.

Mit 2720 Schiffen und einer Tonnage von 71 Millionen BRZ spielt Deutschland immer noch eine gewichtige Rolle unter den Schifffahrtsnationen der Welt und unterhält die viertgrößte Handelsflotte. Doch die Position war schon besser; Griechenland, Japan und China sind davongezogen. Teils mit Schiffen, die von deutschen Reedern als Notverkäufe auf den Markt kamen. „Diese Schiffe sind ja leider nicht verschwunden, sondern fahren für deutlich geringere Kapitalkosten für ausländische Reeder“, sagte Hartmann.

Ursache für die Branchenkrise ab 2008 waren hohe Überkapazitäten vor allem in der Containerschifffahrt, nachdem Reeder zu viele Schiffe bestellt hatten und der Welthandel nach der Finanzkrise langsamer wuchs. Mit Jahren Verzögerung führte das zur Konzentrationswelle bei Linienreedereien mit Fusionen, Übernahmen, Insolvenzen.

In der deutschen Seeschifffahrt spielt die Containerschifffahrt mit knapp 57 Prozent Anteil nach der Tonnage nach wie vor eine dominierende Rolle. Die deutschen Reedereien, meist im Chartergeschäft tätig, vermieten ihre Schiffe an große Linienreedereien. „Weil die immer größer werden, ist unsere Verhandlungsmacht geschwächt“, sagte Hartmann. Eine Rolle spiele auch, dass sich deutsche Banken wie Commerzbank, Deutsche Bank und Landesbanken weitgehend aus der Schiffsfinanzierung zurückgezogen hätten. „Reedereien müssen neue Finanzierungswege finden“, s o Hartmann. Andererseits nutzten ausländische Reeder das große deutsche Knowhow über Schiffsmanagement und ließen ihre Schiffe von deutschen Reedereien betreuen.

E. Gienke

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