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Rolls-Royce entwickelt unbemannte Containerschiffe

Rostock/London Rolls-Royce entwickelt unbemannte Containerschiffe

Meeresriesen ohne Besatzung an Bord sollen Schifffahrt sicherer und günstiger machen

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Zukunftsmusik? Die Frachter sollen von einem Kommandostand an Land aus virtuell gesteuert werden. Grafiken: Rolls-Royce

Rostock/London. Ein riesiges Containerschiff schippert über die Weltmeere – ohne Besatzung an Bord. Noch ist das Projekt eine Vision des britischen Unternehmens Rolls- Royce. Aber bereits im Jahr 2025 sollen autonome Frachter im kommerziellen Betrieb Wirklichkeit werden. Und die ersten Prototypen könnten bereits in drei bis vier Jahren in See stechen, sagt der Experte für maritime Innovationen bei Rolls-Royce, Oskar Levander.

 

OZ-Bild

Sieht ein bisschen aus wie ein Torpedo: Die unbemannten Rolls-Royce- Frachter sollen ab 2025 in See stechen.

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Die Vorteile der unbemannten Schiffe liegen laut Rolls-Royce, – der Hersteller unter anderem von Schifffahrtstechnik wurde in den 1970er Jahren von der berühmten Luxusautomobilmarke getrennt – auf der Hand. Da keine Kabinen oder andere Einrichtungen für die Besatzung an Bord sein müssen, gibt es mehr Platz für Güter. Zudem würden weniger Personalkosten anfallen. Und die Sicherheit werde erhöht, weil dank moderner Technologie menschliche Fehler verhindert werden könnten und Piraten es schwerer haben, das Schiff zu kapern.

Gesteuert werden die Meeresriesen in einem Kontrollzentrum an Land. Dort sitzt der Kapitän am virtuellen Kommandostand und manövriert den Frachter durch Gewässer und Häfen. Kleinere Reparaturen werden von fliegenden Drohnen ausgeführt, vorprogrammierte Routen bei Bedarf angepasst.

Deutsche Reeder zeigen sich unbemannten Schiffen gegenüber aufgeschlossen. „Autonom fahrende Schiffe sind eine ebenso spannende wie herausfordernde Perspektive für den globalen Seetransport“, sagt das geschäftsführende Präsidiumsmitglied des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Ralf Nagel. Allerdings müssten „zuverlässige Antriebstechnik und sichere Navigation auch ohne Besatzung gewährleistet sein“, damit aus der Vision Realität wird. Auch müssten die weltweit geltenden Sicherheitsvorschriften angepasst werden.

Rolls-Royce sind nicht die Einzigen, die die Entwicklung dieser Technologie vorantreiben. Beim dreijährigen EU-Projekt „Maritime Unmanned Navigation through Intelligence in Networks“ (Munin) wurde das Konzept eines autonomen Schiffs entwickelt. Unter der Leitung des Fraunhofer-Zentrums für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML (Hamburg) wurden etwa eine „wachfreie Brücke“ sowie ein intelligentes Kamerasystem geschaffen.

Grundsätzlich stelle sich bei der Realisierung des autonomen Schiffs nicht die Frage des Ob, sondern des Wann, betont Munin-Projektleiter Hans-Christoph Burmeister. Die Projekt-Ergebnisse könnten bereits jetzt in der Praxis Besatzungen auf langen Seereisen entlasten und effizienter gestalten, etwa durch einen automatisierten Ausguck und eine unbemannte Brücke. An dem Projekt, das im August 2015 auslief, waren unter anderem die Marinesoft Entwicklungs- und Logistikgesellschaft mbH in Warnemünde und die Hochschule Wismar beteiligt.

Zudem hat die norwegisch-deutsche Schiffsklassifikationsgesellschaft Det Norske Veritas-Germanischer Lloyd (DNV GL) in Oslo das Schiff „Revolt“ entwickelt. Das 60 Meter lange, autonom fahrende Kurzstrecken-Containerschiff wird von zwei Elektromotoren angetrieben und hat eine Kapazität für 100 Standardcontainer. Im Frühjahr testeten die USA mit der 40 Meter langen „Sea Hunter“ das bislang weltgrößte unbemannte Kriegsschiff.

Gas-Motor für Schifffahrt

Das Unternehmen Rolls-Royce hat angekündigt, 2018 die ersten zertifizierten Serien-Gasmotoren für die kommerzielle Schifffahrt auszuliefern. Test- aggregate hätten bereits erfolgreich 3000 Stunden auf einem Prüfstand der MTU in Friedrichshafen absolviert. Der 16-Zylinder-Gasmotor soll einen Leistungsbereich von 1500 bis 2000 Kilowatt abdecken. „Gasmotoren werden als Ergänzung zu den bewährten Dieselmotoren für die Schifffahrt immer bedeutender“, sagte Dr.

Ulrich Dohle, Vorstandsvorsitzender der Rolls-Royce Power Systems AG. Erdgas ist ein wichtiger Kraftstoff der Zukunft.

Axel Meyer

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