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Rostocker forschen vor der Südwestküste Afrikas

Rostock/Walvis Bay Rostocker forschen vor der Südwestküste Afrikas

Fünf Wochen lang haben Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde den tropischen Atlantik vermessen / Ihr Ziel: bessere Wettervorhersagen

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In Fahrt: das Forschungsschiff „Meteor“. Eigner ist die Bundesrepublik Deutschland.

Quelle: Fotos: Iow

Rostock/Walvis Bay. Die großen Auftriebsgebiete der Ozeane gehören zu den fischreichsten Regionen der Welt. Sie liegen meist an den Westküsten der Kontinente, unter anderem vor Angola und Namibia. Dort war fünf Wochen lang das Forschungsschiff „Meteor“ unterwegs. An Bord: 27 deutsche und afrikanische Studenten und Wissenschaftler, darunter fünf Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Sie wollen Antworten auf die Fragen finden: Wie verändern sich die Wassertemperaturen und Meeresströmungen vor der Südwestküste Afrikas? Und dehnen sich dort die sauerstoffarmen Zonen aus?

Im Schichtsystem – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – wurden dafür mit einer Mikrostruktursonde kontinuierlich Temperatur, Salzgehalt und Turbulenz in den Auftriebsgebieten gemessen.

Das berichtet Volker Mohrholz, Leiter der IOW-Arbeitsgruppe. Unter anderem wurde untersucht, wie sich Strömungen und Eigenschaften der Wassermassen im Küstenauftriebsgebiet vor Südwestafrika ändern.

Herausgefunden werden soll zudem, welche Auswirkungen Klimaänderungen auf die Meeresumwelt, die biologische Produktivität und den Fischfang haben. Denn gerade für die westafrikanischen Staaten, in denen der Fischfang die Haupteinnahmequelle ist, haben die Fragen eine große Bedeutung. Darum beteiligten sich auch Wissenschaftler aus Angola, Namibia und Südafrika an der Expedition.

Eine weitere Sonde ermöglichte Messungen bei voller Fahrt. An einer Leine hängend wurde sie ins Wasser gelassen und nach dem Erreichen von etwa 400 Meter Tiefe mit einer Winde am Heck des Schiffes wieder an Deck gezogen. Das passierte auch vor der Küste Angolas, wo die „Meteor“ nach der Überfahrt von Brasilien vor Anker ging. Das dortige Meeresgebiet ist wissenschaftlich hochinteressant: „Mit unseren Forschungsergebnissen helfen wir unter anderem, Wetter- und Klimavorhersagen zu verbessern“, erklärt Mohrholz.

Vor den Küsten Angolas und Namibias wurden außerdem fest am Meeresboden verankerte Beobachtungsstationen aufgenommen und wieder ausgelegt. Sie sollen die Strömungsverhältnisse in den Auftriebsgebieten vor der südwestafrikanischen Küste aufzeichnen. „Vor Namibia erreicht kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe die Oberfläche, deswegen wird die Region Auftriebsgebiet genannt.

Die Nährstoffe sind entscheidend für das Planktonwachstum und damit letztendlich auch für die Fischbestände der Region“, erklärt der Fahrtleiter Peter Brandt von Geomar in Kiel. Zudem hätten die damit verbundenen Veränderungen der Meeresoberflächentemperatur großen Einfluss auf das regionale und globale Klima.

Volker Mohrholz ist seit 1999 regelmäßig in Namibia, um auf Expeditionen zu gehen und weil es ein Aus- und Weiterbildungsprogramm im Bereich der Meereswissenschaften gibt. Das findet auch auf dem Forschungsschiff statt. „Es werden Vorträge und Seminare gehalten, in denen jeder Expeditionsteilnehmer seine Arbeit vorstellt – die an Bord und mit der er sich sonst beschäftigt“, berichtet der 49-Jährige. So tausche man berufliche Erfahrungen aus und fördere persönliche Kontakte. Die fünf Wochen im Schichtsystem seien anstrengend, aber auch „sehr erfolgreich“ gewesen. Am Samstag endete die Tour, in wenigen Tagen will er wieder zu Hause in Rostock sein. Bis Ergebnisse der Expedition vorliegen, wird es noch dauern: „Ungefähr ein- bis anderthalb Jahre.“ Dann würden die wissenschaftlichen Ergebnisse zusammengefasst und veröffentlicht.

Expedition ist Teil von zwei Forschungsprojekten

27 Forscher des Geomar- Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde, der Universität Hamburg und des Max-Planck- Instituts für Meteorologie Hamburg sowie Kollegen aus Angola, Namibia, Südafrika und Norwegen waren an Bord der „Meteor“. Die ist am 7. Oktober im brasilianischen Hafen Recife in See gestochen und beendete die Fahrt Sonnabend in Walvis Bay (Namibia). Die Arbeiten sind Teil des Projekts „Sacus“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des EU-Projekts „Preface“.

Kerstin Schröder

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