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Rotalgen für Zuchtfische

Rostock Rotalgen für Zuchtfische

Rostocker Wissenschaftler sind alternativem Fischfutter auf der Spur

Rostock. Rotalgen statt Fischmehl: Rostocker Forscher suchen nach alternativen Futtermitteln für die Fischzucht. Eine Lösung seien womöglich Rotalgen. Auch Miesmuscheln und Seeringelwürmer könnten bald als eiweißreiches Futter dienen, etwa für die Forellenaufzucht vor der Ostseeküste, erklärt Prof. Petra Wolf, Inhaberin des Lehrstuhls für Ernährungsphysiologie und Tierernährung der Universität Rostock.

Das beste Futter für den Fisch sei zwar der Fisch selbst, sagt die Wissenschaftlerin. „Aber Fischmehl ist eines der teuersten Futtermittel.“ Ließe sich der Einsatz z. B. durch Rotalgen reduzieren, würde Fisch „als Lebensmittel preislich attraktiver“, sagt Prof. Wolf. Zudem könnte der Fischmehl-Anteil verringert und damit die Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Fisch entschärft werden.

Eine maßgebliche Idee für alternatives Fischfutter hatte Gregor Thum: Warum sollte man die Fische in Aufzuchtanlagen nicht zusätzlich mit Muscheln, Algen und Würmern füttern, um die Nachhaltigkeit zu verbessern? „Im Labor haben wir die potenziellen Futtermittelzutaten unter die Lupe genommen“, erklärt Thum. Dabei sei festgestellt worden, „dass einige Komponenten sehr eiweißreich sind und auch günstige Gehalte an essentiellen Aminosäuren sowie Spurenelementen beinhalten“.

Aber fressen Fische tatsächlich Rotalgen? Das haben die Rostocker Uni-Forscher am Beispiel der besonders robusten sogenannten Born-Forelle getestet. Diese seit 1975 im Brackwasser der Darß- Zingster Boddenkette gezüchteten Forellen wachsen den Angaben zufolge auch bei Stress besser als importierte Forellen.

Dem Futter der Born-Forellen wurden bis zu 35 Prozent der neuen Naturprodukte hinzugefügt. Ergebnis: Die Forellen hätten „mit Appetit gefressen und sich gut entwickelt“. Als Nächstes soll laut Prof. Wolf geprüft werden, ob sich die Zutaten für das Naturfutter kostengünstig und ausreichend gewinnen lassen bzw. auch künstlich vermehrt werden können.

Gelingt das, ließe sich der Verbrauch von Fischmehl in der Fisch- Fütterung deutlich minimieren. „Das würde in der Konsequenz bedeuten, dass für den Verbraucher mehr Fisch zur Verfügung steht und die Fischproduktion preiswerter wird“, so Wolf.

OZ

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