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Seewirtschaft Russland setzt auf Flüssigerdgas
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Russland setzt auf Flüssigerdgas
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00:05 18.04.2017
Blick auf den Gastanker „Christophe de Margerie“, der im Hafen von Sabetta auf der Jamal-Halbinsel im Norden Russlands liegt. Quelle: Foto: F. Kohler/dpa

Frühling bedeutet auf der russischen Jamal-Halbinsel am Polarmeer, dass die Tage länger werden, auch wenn Eis und Schnee noch lange nicht schmelzen. Unter der verschneiten Tundra, etwa 2500 Kilometer nordöstlich von Moskau, liegt ein Großteil von Russlands Erdgasreserven. Oben auf dem Permafrostboden am neuen Hafen Sabetta baut der Konzern Novatek die größte Anlage zur Erdgas-Verflüssigung des Landes. Russland hat als weltweit größter Gasexporteur bislang auf Pipelines gesetzt. Nun soll Jamal LNG den Rückstand beim Boom-Geschäft mit flüssigem Erdgas aufholen.

Novatek-Vorstand Leonid Michelson will die Produktion noch dieses Jahr aufnehmen. Auch sein Partner Patrick Puoyanné, Chef des französischen Energiekonzerns Total, sagte bei einem Ortstermin in Sabetta: „Wir sind kurz davor, die erste Produktionsstraße in Betrieb zu nehmen.“ Weitere Partner bei der gigantischen Investition von 27 Milliarden US-Dollar (25,3 Milliarden Euro) sind der chinesische Staatskonzern CNPC und der Investitionsfonds Silk Road.

Gefeiert wurde ein Teilschritt: Erstmals hat sich testweise ein Gastanker den Weg durch das Eis nach Sabetta gebahnt. Knapp 300 Meter lang ist der blaue Koloss namens „Christophe de Margerie“, das derzeit größte eisbrechende Schiff der Welt. Eine Ladung von 172600 Kubikmetern Flüssigerdgas kann nach Novatek-Angaben ein Land wie Schweden über vier Wochen versorgen.

Wenn die Fabrik ihre volle Kapazität von 16,5 Millionen Tonnen im Jahr erreicht, sollen 15 Riesentanker Gas nach Europa oder Asien liefern. Im kurzen arktischen Sommer können sie die Nordostpassage nach Asien nehmen.

F. Kohler

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