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Seewirtschaft Sabotage im Orkan vor Langeoog?
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Sabotage im Orkan vor Langeoog?
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00:01 12.02.2018
Auf Grund gelaufen: Der Frachter „Glory Amsterdam“ am 30. Oktober 2017 in der Deutschen Bucht vor Langeoog. Quelle: Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Hannover. Während die Ermittlungen zur komplizierten Bergung des Frachters „Glory Amsterdam“ vor Langeoog noch andauern, hat das Havariekommando schwere Vorwürfe gegen den Kapitän erhoben. Dieser habe widersprüchliche Angaben zur Manövrier- und Fahrtüchtigkeit seines Schiffes gemacht und Schleppversuche mit seiner Mannschaft nicht optimal unterstützt, sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, in Hannover im Ausschuss für Häfen und Schifffahrt des Landtags. „Wir haben uns gesagt, irgendetwas ist da nicht in Ordnung auf dem Schiff.“

Entweder sei der chinesische Kapitän nicht ehrlich gewesen bei seiner Kommunikation mit den Behörden oder er habe die Lage nicht in den Griff bekommen. „Warum hat er nicht gleich gesagt, was los ist“, sagte Monsees. Möglicherweise habe der 48-Jährige auch Order seiner Reederei erhalten, sich so zu verhalten. Deswegen werde gegen den Kapitän auch ermittelt. Wie die Wasserschutzpolizei mitgeteilt hatte, besteht der Verdacht, dass erste Bergungsversuche wegen der fehlenden Kooperationsbereitschaft der Schiffsführung scheiterten und das Schiff daher strandete.

Die „Glory Amsterdam“ hatte sich während eines Sturms am 29. Oktober von ihrem Ankerplatz losgerissen, war rund zwölf Stunden über das Meer getrieben und schließlich rund zwei Kilometer vor Langeoog auf einer Sandbank gestrandet. Der Schüttgut-Frachter war zwar unbeladen, hatte aber fast 2000 Tonnen Treibstoff an Bord. Er konnte erst Tage später mit einem Ruderschaden nach Wilhelmshaven geschleppt werden. Seitdem gab es viel Kritik am Umgang der Behörden mit der Havarie und Spekulationen über Pannen bis hin zu einer möglichen Sabotage der Rettungsbemühungen durch die Besatzung des unter der Flagge Panamas fahrenden Frachters aus finanziellem Kalkül.

Mit Videobildern, die ein über der schäumenden Nordsee schwebender Hubschrauber aufgezeichnet hatte, belegte der Chef des Havariekommandos seine Vorwürfe. Während des Orkans mit bis zu neun Meter hohen Wellen habe das Bergungsteam nicht auf den Frachter gebracht werden können. Es habe Lebensgefahr für die Seemänner bestanden. Die Videobilder zeigten auch den stark schwankenden Schlepper „Nordic“ unter dem Helikopter.

Michael Evers

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