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Scandlines-Chef Poulsgaard Jensen: Aufgeben werden wir nicht!

Scandlines-Chef Poulsgaard Jensen: Aufgeben werden wir nicht!

Hamburg/Rostock Im OZ-Interview äußert sich der Chef der Fährreederei Scandlines, Søren Poulsgaard Jensen, zur Klage gegen den Fehrmarnbelt-Tunnel und zur technischen Aufrüstung der Schiffe.

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SørenPoulsgaard Jensen

Hamburg/Rostock Im OZ-Interview äußert sich der Chef der Fährreederei Scandlines, Søren Poulsgaard Jensen, zur Klage gegen den Fehrmarnbelt-Tunnel und zur technischen Aufrüstung der Schiffe.

Warum klagt Scandlines gegen den Fehmarnbelttunnel?

Søren Poulsgaard Jensen: Wir haben nichts gegen eine feste Querung. Doch wir kritisieren die Rahmenbedingungen, unter denen der Tunnel gebaut und betrieben werden soll. Für die feste Querung werden staatliche Beihilfen und Garantien ohne zeitliche Beschränkung gegeben. Das bedeutet, wenn der Geschäftsplan nicht funktionieren sollte, könnte es zum Preisdumping kommen oder der Staat würde die Verluste mit Steuergeld ausgleichen. Das wäre eine Verzerrung des Wettbewerbs.

Auch die EU fördert den Bau des Tunnels.

Poulsgaard Jensen: Die EU-Kommission hat erklärt, dass sie nicht für Preiskontrolle, sondern nur für die Rahmenbedingungen zuständig sei. In Kopenhagen ist man bei den Planungen der Querung davon ausgegangen, dass mit der Eröffnung die Fähren den Verkehr einstellen. Uns blieb also nur der Weg, vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen.

Wofür Sie in Dänemark heftig kritisiert werden.

Poulsgaard Jensen: Aber was stellt man sich denn vor, was wir hätten tun sollen? Verkaufen? Die rund 2000 Mitarbeiter feuern? Schließen? Aufgeben? Nein, das tun wir nicht.

Ist es für Sie denkbar, die Vogelfluglinie aufzugeben, gleichzeitig aber die Linie Rostock-Gedser aufrechtzuerhalten?

Poulsgaard Jensen: Wir sind überzeugt davon, dass wir beide Linien aufrechterhalten können.

Wieso?

Poulsgaard Jensen: Weil es drei Marktsegmente gibt, die wir weiter bedienen können. Den Lkw-Fahrer, der die Überfahrt als Ruhezeit nutzen kann, den Grenzhandel, wenn also Leute nach Deutschland fahren, um günstig in den Bordershops einzukaufen, und schließlich den Urlaubsverkehr. Nicht alle Urlauber werden in den Tunnel wechseln, sondern viele werden sich das Erlebnis der Überfahrt auf See nicht nehmen lassen.

Stellen Sie sich mit der technischen Umrüstung der Fährflotte nicht längst auf die Konkurrenz des Tunnels ein?

Poulsgaard Jensen: Wir haben in den letzten Jahren in der Tat 25 Millionen Euro in modernen Hybridantrieb sowie Abgasreinigung alleine für die Strecke Puttgarden-Rødby investiert. Dabei haben wir viel gelernt und treiben die Entwicklungen voran. 2018, so hoffen wir, können Fähren rein elektrisch angetrieben werden. Während der nächsten Jahre werden wir unsere neuen Hybridfähren auf der Strecke Rostock-Gedser und später die Hybridfähren auf Puttgarden-Rødby zu Plug-in-Hybridfähren umrüsten. Interview von Reinhard Zweigler

OZ

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