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Seewirtschaft Schifffahrt will Anschub für saubere Energie
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Schifffahrt will Anschub für saubere Energie
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00:00 20.02.2017
Verflüssigtes Erdgas (LNG) wird im Elbehafen in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) in einen Kesselwagen verladen. Quelle: Foto: Bodo Marks/dpa

Rostock/Leer. Ab 2020 sollen weltweit bereits 1000 Schiffe umweltfreundlich mit Flüssiggas (LNG) angetrieben werden. In deutschen Häfen sind LNG-Schiffe allerdings noch die Ausnahme. Derzeit sind etwa 80 LNG-Schiffe auf den Weltmeeren unterwegs, außerdem fünf Binnenschiffe in den Niederlanden. Eine Reederei in Haren an der Ems plant zurzeit die Umrüstung eines Containerschiffes.

Katar ist der weltweit größte Flüssig-Erdgas-Exporteur

Der weltweite Absatz von Flüssig-Erdgas erreichte 2015 sein bisheriges Maximum mit 245 Millionen Tonnen. Katar ist weltweit größter Exporteur. Das Land besitzt eine Produktionskapazität von 77 Millionen Tonnen LNG im Jahr und liefert ein Viertel des weltweiten LNG-Verbrauchs, mehr als Indonesien, Algerien und Russland.

Die Schifffahrtsbranche stellt sich dem Trend. Doch der Verband Deutscher Reeder und die maritime Wirtschaft fordern finanzielle Anreize, um den LNG-Schiffbau anzukurbeln. Die Aufwendungen für Motoren der neuen Generation seien 20 bis 30 Prozent höher als bei herkömmlichen Antriebsmaschinen, heißt es.

Zu den Vorreitern der Zukunftstechnologie gehört die Rostocker Reederei Aida Cruises, die ihre beiden jüngsten in Japan gebauten Schiffe – die „Aidaprima“ und die „Aidaperla“ – mit sogenannten Dual-Fuel-Motoren ausgerüstet hat, die mit Gasbetrieb laufen können. Lieferant der Aida-„Schiffskraftwerke“ ist die Caterpillar GmbH Warnemünde. „Aida war der erste Kunde, für den wir diese neuartigen Maschinen gebaut haben“, sagt Caterpillar-Geschäftsführer Hans-Ulrich Hölk. „Inzwischen bauen wir LNG-Motoren auch für andere Auftraggeber.“ Auf der Warnemünder Neptun Werft entsteht derzeit ein Gastanker für eine Rotterdamer Reederei (Niederlande) – ebenfalls mit LNG-Antrieb. Auch der neue Aida-Kreuzliner, der morgen bei der Meyer Werft in Papenburg (Niedersachsen) auf Kiel gelegt wird, erhält LNG-Antriebsmaschinen.

Die Bundesregierung plant ein Förderprogramm, um die LNG-Nachfrage zu steigern und Anreize für den Aufbau einer Versorgungsinfrastruktur in den Häfen zu schaffen. Allerdings: Bisher ist unklar, ob nicht umstrittene Erdgas-Fördermethoden wie Fracking oder das Entweichen klimaschädlichen Methangases die Treibhausgasbilanz von LNG möglicherweise verschlechtern.

Zu einigen Umweltfragen gibt die OSTSEE-ZEITUNG Antworten:

Welche Umweltschäden verursacht die Schifffahrt?

Die weltweite Handelsflotte verbraucht nach einer Studie pro Jahr rund 330 Millionen Tonnen Treibstoff. Davon sind 80 bis 85 Prozent hoch schwefelhaltig. Das sorgt vor allem in den Häfen für Probleme.

Welche Alternativen gibt es?

Neben Biogas, Biodiesel, Methanol, Landstrom und Wasserstoff werden Flüssig-Erdgas LNG (Liquefied Natural Gas) die besten Aussichten zugerechnet. Damit könnten die Emissionen um bis zu 90 Prozent sinken.

Wie funktioniert LNG?

Das verflüssigte Erdgas wird auf minus 162 Grad Celsius gekühlt. In dieser Form ist es nicht brennbar oder explosiv. Auch als Gas ist es weitaus geringer brennbar als Benzin. Der Kohlendioxid-Ausstoß ist bis zu 25 Prozent, der von Stickoxiden 80 Prozent niedriger als bei Schweröl oder Diesel.

Wie weit ist die Infrastruktur?

Für LNG-Schiffe sind spezielle Betankungsanlagen nötig. Diese fehlen bisher in Deutschland. Schiffe wie die „Aidaprima“, die in mehreren europäischen Häfen die LNG-Maschine nutzen, müssen mit speziellen Tanklastwagen aus den Niederlanden betankt werden. In Hamburg gibt es außerdem eine LNG-Barge, die wie ein schwimmendes Kraftwerk Schiffe im Hafen mit Strom versorgt, damit diese dort ihre Dieselmotoren abschalten können. Auch für Warnemünde könnten sich Experten solch eine LNG-Barge vorstellen – bisher scheitert es an der Finanzierung.

Elke Ehlers und Hans-Christian Wöste

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