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Schiffskrise: NordLB rechnet mit Milliardenverlust

Hannover/Bremen Schiffskrise: NordLB rechnet mit Milliardenverlust

Höhere Risikopuffer und Komplettübernahme der Bremer Landesbank beeinflussen die Zahlen massiv

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Das imposante Gebäude der Norddeutschen Landesbank (NordLB) im niedersächsischen Hannover FOTO: HOLGER HOLLEMANN

Hannover/Bremen. . Steigende Risiken im schwierigen Geschäft mit Schiffskrediten brocken der Norddeutschen Landesbank (NordLB) 2016 voraussichtlich einen Milliardenverlust ein. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Bremer Landesbank (BLB), die von der NordLB bis zum Jahresende vollständig übernommen werden soll. Das geplante Geschäft werde aber nicht infrage gestellt, hieß es.

Das Institut aus Hannover muss angesichts der sich verschärfenden Schifffahrtskrise seinen Risikopuffer aufstocken – in den ersten neun Monaten des Jahres waren es für BLB und NordLB zusammen rund 1,6 Milliarden Euro. Bis Ende Dezember soll die Summe auf mehr als zwei Milliarden Euro anwachsen. 2017 seien nochmals gut 350 Millionen Euro geplant.

„Das Risikopotenzial ist deutlich nach unten abgesenkt“, sagte der scheidende NordLB-Vorstandschef Gunter Dunkel. Die Bank habe zurzeit eine Absicherungsquote von 44 Prozent und sei somit deutlich weniger abhängig von einer Erholung des Schiffmarktes. Angestrebt sei eine 50-prozentige Absicherung der Schiffskredite, die rund 15 Prozent der gesamten Geschäftsaktivitäten des Geldhauses ausmachen.

Die NordLB schrieb auch im dritten Quartal rote Zahlen. Die ersten neun Monate schloss sie mit einem Verlust von 736 Millionen Euro nach Steuern ab. Alle anderen Geschäftsfelder – darunter Kredite für Flugzeuge sowie Immobilien- und Firmenkunden und den Bereich erneuerbare Energien – waren jedoch profitabel. Die Bank geht ab 2017 daher wieder von einem deutlichen Gewinn aus. Dunkel: „Es wird mehr als eine schwarze Null sein.“ Im laufenden Jahr werde die Bank ein operatives Ergebnis von einer Milliarde Euro erwirtschaften. „Die NordLB kann die Herausforderungen aus eigener Kraft meistern“, erklärte Dunkel daher und betonte: „Dies gilt auch nach der Verarbeitung des Negativergebnisses für das Gesamtjahr 2016 und auch nach der vollständigen Übernahme der Bremer Landesbank.“

Der Banken-Stresstest habe zudem gezeigt, dass die NordLB selbst in einem extremen Krisenszenario über ausreichendes Kapital verfüge. „Wir haben in den Vorjahren erhebliche Kapitalpolster aufgebaut, wir haben die Ertragskraft der Bank gestärkt sowie ein striktes Kostenmanagement eingeführt“, sagte Dunkel. Die in Finanznot geratene Bremer Landesbank (BLB) belastet die NordLB ebenfalls. Die BLB erwartet für 2016 einen hohen dreistelligen Millionenverlust. Grund sei die hohe Risikovorsorge für Schiffskredite von einer Milliarde Euro. Ralf Krüger

OZ

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