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Schmidt baut Luxus-Segelyachten

Schmidt baut Luxus-Segelyachten

Hanseyachts-Gründer Michael Schmidt setzt auf exklusive Yachten, die sein neues Unternehmen künftig in Greifswald baut.

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Luxus in Lindgrün: Segelyachten wie diese „Cool Breeze“, eine gut 24 Meter lange Brenta 80 DC, werden in Greifswald gebaut. Fotos (2): MSY

Greifswald Das Unternehmen Michael Schmidt Yachtbau GmbH (MSY) will auf dem Gelände des Gewerbehafens Ladebow in Greifswald exklusive Segelyachten fertigen. Die Stückpreise sollen bei bis zu vier Millionen Euro liegen. MSY-Inhaber Michael Schmidt gründete Anfang der 1990er Jahre in Greifswald das Unternehmen Hanseyachts. Die OZ sprach mit Michael Schmidt und dem MSY-Geschäftsführer Johannes Malzahn.

Im Jahr 2011 haben Sie Ihre Anteile an der Hanseyachts AG verkauft und nun die Firma Michael Schmidt Yachtbau GmbH gegründet. Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?

Michael Schmidt: Ich war froh, dass ich 2011 eine Ruhepause einlegen konnte, und diese habe ich extensiv genutzt. Denn der Aufbau von Hanseyachts sowie der Marina und Teilen des Holzteichquartiers war nicht ohne Arbeit zu bewerkstelligen.

Sie könnten Ihren Ruhestand auf den Weltmeeren genießen. Warum bauen Sie wieder Yachten?

Schmidt : Ich werde auch weiterhin meinen Ruhestand genießen, aber es macht Spaß, Yachten zu kreieren und das mit engagierten Leuten der nachfolgenden Generation. Sie können mich als Start-up Investor betrachten – wie man das heutzutage so gern bezeichnet.

Warum haben Sie für Ihr neues Unternehmen erneut den Standort Greifswald gewählt?

Schmidt : Wir haben uns mehrere Standorte in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein angesehen. Im Endeffekt hat den Ausschlag gegeben, dass das Grundstück einen Zugang zum Bodden mit einer ausreichenden Wassertiefe für große Yachten hat. Außerdem haben wir in Greifswald eine verlässliche Verwaltung, die wir bei der schnellen Bauzeit benötigt haben. Wie sich jetzt zeigt, bewahrheitet sich das.

Arbeiten Sie mit Hanseyachts zusammen? Oder konkurrieren Sie mit der ehemaligen Firma?

Johannes Malzahn: Wir sind in einem völlig anderen Marktsegment tätig. Insofern konkurrieren wir nicht miteinander. Man kann sich das wie in der Automobilindustrie vorstellen: Es gibt Marken wie Volvo und VW, aber es gibt auch Luxusautomobile wie Aston Martin und Bentley. Die Michael Schmidt Yachtbau GmbH ist im letzteren Marktumfeld tätig.

Welche Yachten baut Ihr Unternehmen?

Malzahn : Wir bauen ausschließlich Segelyachten mit Längen von 21 bis 33 Metern, die besonders leicht sind und mit edelsten Materialien gebaut werden und praktisch Unikate und Einzelanfertigungen sind. Wir kennen die Zulieferer in dieser Gegend und suchen auch weiterhin verlässliche Zulieferer, beispielsweise im Bereich der Lackiertechnik oder des Möbelbaus, die hoch qualifizierte Handwerksarbeiten liefern können.

Die neue Fertigungsstätte in Greifswald-Ladebow wird im November 2016 eröffnet. Im Frühjahr 2017 soll dann eine Segelyacht der Marke Brenta 80 SRD ausgeliefert werden. Ist das die erste Yacht aus dem Hause MSY?

Malzahn : Nein, eine Brenta 80 DC, die Baunummer 1, wurde im Juli 2015 in Dienst gestellt und ist seitdem als Vorführschiff auf internationalen Messen unterwegs.

Suchen Sie noch Mitarbeiter für die Produktion?

Malzahn : Fachleute, die ihre Handwerks- und Ingenieurskünste lieben und mit entsprechend hoher Leidenschaft ausüben, sind bei uns immer willkommen. Wir haben den Wunsch, in dieser Gegend außergewöhnliche Produkte mit außergewöhnlich guten Leuten herzustellen. Dementsprechend sind wir bereit, besondere Löhne für hervorragende Leute zu zahlen.

Sie arbeiten mit dem italienischen Designer Lorenzo Argento und dem englischen Architekten David Chipperfield zusammen. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Schmidt: Lorenzo Argento kenne ich seit etwa 20 Jahren durch seine Tätigkeit bei Luca Brenta & C. Yacht Designer. Sir David Chipperfield segelt eine Brenta. Wir suchten ein Team, das ästhetisch in der allerhöchsten Liga spielt und damit kein Mainstream-Design abliefert.

Wie sind Sie eigentlich zum Segeln gekommen, Herr Schmidt, und was fasziniert Sie daran?

Schmidt : Durch meine Eltern. Am Segeln fasziniert mich, dass man an Bord alles Weltliche vergisst, sich gut erholen kann. Durch Wind, Wetter und Wellen findet man immer wieder andere Anforderungen vor, die man handhaben muss. Der Segelsport ist ein Sport, den man erst nach vielen Jahren und Erfahrungen in seiner Gänze begreift und beherrscht. Sicher kann man die Grundlagen erlernen – aber das ist wie beim Klavierspielen: Wenn man die Tasten eines Klaviers kennt, heißt das noch lange nicht, dass man auch ein klassisches Konzert spielen kann.

Der Vater der Hanseyachts AG

Der gelernte Reedereikaufmann Michael Schmidt gründete 1979 die Yachtmaklergesellschaft Michael Schmidt & Partner GmbH sowie die Yachtwerft Wedel. Anfang der 1990er Jahre hob er in Greifswald den Segelyachthersteller Hanseyachts aus der Taufe. Das Unternehmen ist seit 2008 an der Börse (aktueller Kurswert: 4,14 Euro).

2011 übernahm der Investmentkonzern Aurelius aus Grünwald bei München die Mehrheitsbeteiligung an der Hanseyachts AG. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge gemessen an der Zahl weltweit verkaufter Yachten einer der zwei größten Hersteller hochseetüchtiger Segelyachten.

Interview von Axel Meyer

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