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Seemannsmissionen in Nöten

Bremerhaven Seemannsmissionen in Nöten

Arbeit der christlichen Organisationen leidet unter Geldmangel und Bürokratie

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Seemannspastor Matthias Ristau (47) von der Nordkirche im Hafen Hamburg. Er ist auch für die Seemannsmission in MV zuständig.

Quelle: Foto: C. Charisius/dpa

Bremerhaven. . Knappe Finanzen und mehr Bürokratie erschweren zunehmend die Arbeit der christlichen Seemannsmissionen in Westeuropa. In den Häfen müssten sich die Hauptamtlichen immer öfter um Sponsoring, Spenden-Akquise und Managementfragen kümmern, bilanzierte die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, nach einer mehrtägigen internationalen Konferenz in Bremerhaven. Darunter leide die Basisarbeit. In Bremerhaven hatten sich Delegierte aus 16 Häfen an der Nordseeküste und des Ärmelkanals von Hamburg bis zum französischen Le Havre getroffen, um über aktuelle Themen und verstärkte Kooperation zu reden.

Die knappen Finanzen resultieren Proske zufolge aus sinkenden kirchlichen Zuschüssen und rückläufigen freiwilligen Abgaben der Reeder, die pro Schiff geleistet werden. Hintergrund für die Entwicklung: die weltweite Schifffahrtskrise, die seit 2008 andauere. Allein bei der Deutschen Seemannsmission seien die freiwilligen Reederabgaben im Vorjahr „dramatisch eingebrochen“, sagte Proske. Hilfreich sei eine Änderung im deutschen Seearbeitsgesetz: Anfang 2016 wurde die bis dahin projektorientierte Bezuschussung der Seemannsmissionen im Inland durch den Bund auf dauerhafte institutionelle Förderung umgestellt. Das seien jährlich 500000 Euro, sagte Proske. Um der Finanznot zu begegnen, haben die Seemannsmissionen in den letzten Jahren die ehrenamtliche Arbeit gestärkt. Das allerdings führe dazu, dass Seemannsdiakone und -pastoren selbst seltener an Bord kämen.

Absehbar sei zudem, dass wegen der wachsenden Schifffahrt die Aufgaben der Seemannsmissionen zunehmen. Ihre Vertreter, die sich in Bremerhaven trafen, gehören zur Westeuropa-Konferenz der International Christian Maritime Association (ICMA). Die ist ein ökumenischer Weltverband der christlichen Seefahrt. Er wurde 1969 gegründet, vereint 28 christliche Organisationen, Kirchen und Gemeinschaften. Gründungsmitglied war auch die Deutsche Seemannsmission. Zur ICMA zählen derzeit 526 Stationen mit 927 Seelsorgern für Seeleute in 126 Ländern auf allen Kontinenten. Als Non-Profit-Organisationen kümmern sich die Mitglieder der ICMA um das Wohl von Seeleuten auf Handels-, Fischerei- und Fahrgastschiffen.

OZ

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