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Seewirtschaft Seesterne bedrohen das Great Barrier Reef
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Seesterne bedrohen das Great Barrier Reef
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00:00 31.03.2014
Auf ihren Körpern haben die Dornenkronen-Seesterne giftige Stacheln. Taucher spritzen Gift in ihre Körper. Quelle: Daniel Schultz

Morgens um 7 Uhr im Hafen von Cairns, Australien: Die Crew der „Venus II“ bereitet sich auf einen zehntägigen Trip auf See vor, direkt am Great Barrier Reef. An Bord: Kapitän Jared und zehn Taucher. Die Mission: Dornenkronen-Seesterne töten. „Die Dornenkronen sind eine Pest, sie fressen die Korallenriffe kahl“, sagt Expeditionsleiter Daniel Schultz (36). Das kann fatale Folgen haben.

Das 2300 Kilometer lange Great Barrier Reef entlang der australischen Ostküste ist bereits vielfach bedroht: durch die Schifffahrt, durch den Ausbau von Häfen, durch Düngemittel, die von Plantagen ins Meer gespülten werden, durch Zyklone und Klimaeinflüsse. Das Meeresforschungsinstitut Aims schätzt, dass 2013 zudem ein Drittel der rund 3000 Korallenriffe des Meeresparks von den Seesternen befallen waren.

Deshalb trägt jeder Taucher einen Plastikcontainer mit Gift am Gürtel und zwei etwa einen Meter lange Stöcke. An einem ist die Spritze per Schlauch mit dem Giftbehälter verbunden, am anderen ist ein Haken, um das Tier zu fixieren. Der Taucher stößt die Nadel in den Körper und presst das Gift — Ochsengalle — durch die Spritze. Schultz:

„Wir müssen mit der Spritze am oberen Teil eines Arms treffen, in Höhe Bizeps.“

In einem gesunden Ökosystem haben Dornenkronen durchaus ihre Aufgabe. Sie fressen vor allem schnellwachsende Korallen, etwa Akroporen. Wenn das Ökosystem aber angeschlagen ist, gerät es mit einer Dornenkronenattacke schnell aus den Fugen: Das Riff hat nicht genügend Zeit sich zu erholen. Die nächste Generation frisst dann aus der Not heraus auch die langsam wachsenden Arten. „Was wir machen, ist zwar mühsam, aber mit Sicherheit nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Schultz.



OZ

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