Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Segelschiff „Peking“: Die stolze Viermastbark wird heimgeholt

Hamburg Segelschiff „Peking“: Die stolze Viermastbark wird heimgeholt

Im kommenden Jahr soll das Schwesterschiff des Seglers „Krusenstern“ von New York nach Hamburg gebracht werden

Voriger Artikel
Tod am Ruder: Hotelschiff bleibt an Kanalbrücken hängen
Nächster Artikel
Hanjin-Pleite trifft auch MV

Die Viermastbark „Peking“ hat ihren Liegeplatz im Hafen von New York verlassen.

Quelle: Christina Horsten/dpa

Hamburg. /Rostock. Eine Viermastbark kehrt heim. Mehr als 40 Jahre lag das Segelschiff „Peking“ in New York. Jetzt wird es auf einer Werft der US-amerikanischen Metropole fit gemacht – für die Heimreise nach Hamburg im Frühjahr 2017. Die „Peking“ gehört zur Reihe der legendären „Flying P-Liner“, die einst für die Hamburger Reederei F. Laeisz gebaut wurden. Laeisz unterhält heute auch Firmensitze in Rostock und Grabow und betreibt das Schiffsmanagement in MV.

Der ehemalige Frachtensegler „Peking“ schaut auf eine wechselvolle Geschichte und viele verschiedene Besitzer zurück. Im Jahr 1911 lief das Schiff bei der Hamburger Werft Blohm + Voss vom Stapel.

Anschließend setzte Laeisz den 115 Meter langen Segler für den Handel mit Salpeter zwischen Chile und Europa ein. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Schiff in Chile festgesetzt.

Nach Kriegsende kam die „Peking“ nach London und danach als Reparation nach Italien, bis sie von Laeisz für 8500 Pfund zurückgekauft und auf der Linie Hamburg – Chile eingesetzt wurde. 1932 in der Weltwirtschaftskrise verkaufte die Reederei das Schiff an Großbritannien, wo sie in „Arethusa“ umbenannt und zum stationären Schulschiff umgebaut wurde.

Im Jahr 1975 wurde die Viermastbark versteigert und über den Atlantik nach New York geschleppt. Seither lag sie – inzwischen wieder unter dem Namen „Peking“ – am Pier des South Street Seaport Museum an der Brooklyn Bridge und war fester Bestandteil der Skyline Manhattans.

Doch im Jahr 2012 beschädigte Wirbelsturm „Sandy“ das Museum schwer. Geld für das marode Schiff war nicht übrig. Schließlich konnte die Stiftung Hamburg Maritim – auch dank einer Zuwendung des Bundes – das Geld für eine Restaurierung in Höhe von 26 Millionen Euro auftreiben. Die Stiftung hat das Schiff nun offiziell übernommen.

Nach der Überquerung in einem Dockschiff soll der Segler in Hamburg Teil eines neuen Hafenmuseums werden. Andernfalls wäre die „Peking“ in der Schrottpresse gelandet, sagte unlängst der Hamburger Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs (SPD). Das Schiff sei ein Zeichen für das, wodurch die Stadt reich geworden sei. Die „Peking“ war eine der sogenannten acht Schwestern, wie man die Viermastbarken der Reederei F. Laeisz wegen ihrer ähnlichen Größe und Bauart nannte. Heute existieren davon noch vier Schiffe: Neben der „Peking“ sind das die 1911 gebaute „Passat“, die seit fast 60 Jahren als Wahrzeichen in Lübeck-Travemünde liegt, sowie die „Pommern“ (1903), inzwischen ein Museumsschiff im finnischen Mariehamn. Der Untergang des Segelschulschiffes „Pamir“ im September 1957 in den Azoren zählt zu den größeren Schiffskatastrophen. Von den 86 Besatzungsmitgliedern wurden nur sechs gerettet.

Nur eine der Schwestern ist heute noch im Einsatz – die 1926 gebaute „Krusenstern“. Die heute als russisches Segelschulschiff genutzte Viermastbark ist regelmäßiger Gast beim Segel-Großereignis Hanse Sail in Rostock, zuletzt im August 2016. Zuvor hatte der Segler im Mai dieses Jahres zum Russlandtag in Warnemünde angelegt.

Die „Krusenstern“ lief 1926 als „Padua“ in Bremerhaven vom Stapel. Anschließend verkehrte das Schiff zwischen Europa und Südamerika; später transportierte es Weizen aus Australien. Anfang der 1930er Jahre legte es den Weg von Hamburg nach Süd-Australien in einer Rekordzeit von 67 Tagen zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Schiff als Reparationsleistung nach Russland, wo es nach dem deutsch-baltischen Marineadmiral Adam Johann Baron von Krusenstern benannt wurde. Krusenstern hatte für Russland zwischen 1803 und 1806 das erste Mal die Welt umsegelt.

1911 vom Stapel gelaufen

680000 Mark betrugen die Baukosten für die „Peking“, die im Jahr 1911 in Hamburg vom Stapel lief. Mit einer Länge von 115 Meter war die Viermastbark „Peking“ damals eines der größten Segelschiffe der Welt.

Eine Bark ist ein Segelschiff mit mindestens drei Masten, das an den vor-

deren Masten Rahsegel trägt und am hinteren Mast ein Schratsegel. Bei

einer größeren Anzahl Masten heißt die Bark entsprechend Viermastbark oder Fünfmastbark.

Axel Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Die „Georg Büchner“ verließ am 28. Mai 2013 Rostock und sank zwei Tage später in der Ostsee vor Polen.

Ab Oktober wird die Geschichte des DSR-Ausbildungsschiffs gezeigt / Organisatoren suchen noch Erinnerungsstücke von Seeleuten

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Seewirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.