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Sondereinsatzgruppe für den Kanal

Brunsbüttel Sondereinsatzgruppe für den Kanal

Verkehrsminister Ramsauer wehrt sich gegen Kritik im Zusammenhang mit kaputten Schleusen in Brunsbüttel.

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Bagger in der „Neuen Schleuse Nord“ des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel, rechts das ausgebaute Schleusentor 6.

Brunsbüttel. Der wegen des maroden Zustands des Nord-Ostsee-

Kanals (NOK) stark in der Kritik stehende Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will für die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt eine Sondereinsatzgruppe einrichten. Elf zusätzliche Schlosser und Elektriker sollen eingestellt werden, um den Betrieb über und unter Wasser dauerhaft aufrechterhalten zu können. „Wir müssen ständig auf der Hut sein, da bei der über 100 Jahre alten Technik immer wieder akute Probleme auftreten können“, sagte der CSU-Politiker bei einem Vor-

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Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU)

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Ort-Termin in Brunsbüttel.

Anfang des Monats waren die beiden großen Schleusen in Brunsbüttel wegen Defekten gesperrt worden. Seitdem konnten lediglich Schiffe bis 125 Meter Länge, 20,50 Meter Breite und einem Tiefgang bis maximal 6,50 Meter geschleust werden. Experten hatten dann binnen acht Tagen aus zwei defekten großen Schleusenkammern ein einzelnes funktionstüchtiges Provisorium gebaut. Seit vergangenen Donnerstag können auch große Schiffe probeweise die knapp 100 Kilometer Kilometer lange Wasserautobahn zwischen der Deutschen Bucht und der Ostsee nutzen. Über das Wochenende sollte sich zeigen, ob die Anlage technisch zuverlässig läuft.

„Mein Dank gilt vor allem den Tauchern und Handwerkern“, erklärte Ramsauer. Zugleich wies er erneut die Kritik an seinem Vorgehen energisch zurück. Die Bedeutung von Schifffahrt und Wasserwegen bei der Bewältigung von Frachtaufkommen sei in Deutschland vor seinem Amtsantritt völlig unterschätzt worden, so der Politiker. Unter anderem sei beim Nord-Ostsee-Kanal — dessen Bauwerke und Technik noch aus der Kaiserzeit stammen — nur „auf Verschleiß“ gefahren worden. „Wenn Jahrzehnte lang zu wenig in die Instandhaltung und die Zukunftsfähigkeit investiert worden ist, kann das nicht innerhalb weniger Wochen und Monate nachgeholt werden.“ Die SPD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag in Kiel erklärte dagegen, der Sanierungsstau sei unter der schwarz-gelben Bundesregierung konsequent übersehen worden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk Nord rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu auf, den Nord-Ostsee-Kanal zur Chefsache zu machen. „Die nächste Kanalschließung ist nur eine Frage der Zeit. Wenn die Bundesregierung klug beraten ist, dann war das Ramsauers Abschiedsbesuch an der Schleuse“, sagte DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn.

„Der Minister hat hinreichend gezeigt, dass er den Kanal nur als Ort von Show-Einlagen und Stippvisiten im Norden betrachtet.“ Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein forderte, den „leistungsfähigen Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals parteiübergreifend voranzubringen“.

Mit dem Bau der seit langem von der maritimen Wirtschaft geforderten fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel wird laut Ramsauer vermutlich 2014 begonnen. Für den Neubau veranschlagen die Experten sechs bis sieben Jahre. Anschließend soll die Grundinstandsetzung der alten Schleusenanlagen folgen. Der Kanal soll im Bereich vor Kiel verbreitert werden. Geplant ist auch der Ersatz der 160 Meter langen und über hundert Jahre alten Levensauer Hochbrücke und die Vertiefung des Kanals um einen Meter.

Die großen Drei: Kiel — Suez — Panama
Nord-Ostsee-Kanal: 1895 als Kaiser Wilhelm-Kanal eröffnet, heißt seit 1948 Nord-Ostsee-Kanal (international: Kiel Canal); 98,6

Kilometer lang in Schleswig-Holstein zwischen Unterelbe und Ostsee; erspart rund 450 Kilometer Umweg um das dänische Jütland.

Suez-Kanal: 1869 eröffnet und 1956 vom ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser verstaatlicht; 193 Kilometer lang zwischen Mittel- und Rotem Meer in Ägypten, erspart bis zu 9800 Kilometer Seeweg rund um Afrika.

Panama-Kanal: 1914 eröffnet, 1999 übergab Washington die US-verwaltete Kanalzone an den Staat Panama; knapp 82 Kilometer lang an der engsten Stelle Mittelamerikas, verbindet den Atlantik mit dem Pazifik und erspart den bis zu 20 000 Kilometer langen Umweg um Amerikas Südspitze.

OZ

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