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Seewirtschaft Steuervorteil durch „Fahnenflucht“
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft Steuervorteil durch „Fahnenflucht“
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00:00 22.08.2016

. Deutsche Kreuzfahrt-Reeder lassen ihre Schiffe offenbar unter ausländischer Flagge fahren, um Steuern zu sparen und Niedriglöhne zu zahlen. Nach Recherchen der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der New Yorker Columbia Universität fährt kein einziges der 27 Hochsee-Kreuzfahrtschiffe, die von deutschen Anbietern betrieben werden, unter deutscher Flagge, wie das Blatt mitteilte.

So sind elf Schiffe in Italien, sieben Schiffe auf Malta, acht Schiffe auf den Bahamas und ein Schiff auf den britischen Bermuda-Inseln registriert. Sowohl die Besteuerung der Schiffe als auch das Arbeitsrecht richtet sich nach dem Flaggenstaat. Südeuropäische Staaten und Karibikinseln bieten den Reedern große Steuervorteile. Malta etwa verlangt keine Steuern auf Einkommen aus der Schifffahrt, in Italien müssen Betreiber keine Lohnsteuer auf Crewgehälter abführen. Nach Dokumenten, die der „Zeit“ vorliegen, verdienen manche Mitarbeiter auf dem in Malta registrierten „Mein Schiff 2“ der Tui Cruises inklusive Zuschläge knapp 700 Euro pro Monat – und können dafür mehr als 300 Arbeitsstunden eingesetzt werden. Dies wäre ein Stundensatz von weniger als 2,40 Euro.

Für italienisch beflaggte Schiffe der „Aida“-Flotte sah ein bis 2015 gültiger Kollektivvertrag für Restaurant-Hilfskräfte demnach lediglich 513 Euro monatlich vor. Ein „Aida“-Sprecher erklärte der „Zeit“, die Gehälter im Hotelservice auf den Philippinen würden nur 150 bis 250 Dollar im Monat betragen, an Bord von „Aida“ hingegen durchschnittlich 700 bis 900 Dollar plus Kost und Logis.

Die New Yorker Universität hat mehr als 30000 Daten der weltweit mehr als 400 Kreuzfahrtschiffe zusammengetragen. Die „Zeit“ hat den deutschen Teil ausgewertet. Für dieses Jahr rechnet der Branchenverband Clia mit zwei Millionen deutschen Passagieren auf Kreuzfahrtschiffen.

OZ

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