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Umweltfreundliche Schiffe: 3D-Technik erleichtert Umbau

Rostock Umweltfreundliche Schiffe: 3D-Technik erleichtert Umbau

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Rostock arbeitet an einem Verfahren für kostengünstige Planungen.

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Prof. Uwe Freiherr von Lukas, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung

Rostock. Umweltschützer und Gesundheitsexperten drängen seit Jahren Reeder in der ganzen Welt, die giftigen und umweltschädlichen Abgase ihrer Schiffe zu reduzieren. Eine technische Nachrüstung — ähnlich dem Katalysator im Auto — wäre eine Möglichkeit, um die Schadstoffbelastungen in der Luft deutlich zu senken. Damit der Einbau neuer Umwelttechnik schnell und kostengünstig erfolgen kann, arbeitet das Fraunhofer Institut in Rostock gerade an einem 3D-Verfahren, mit dem der Schiffsumbau detailliert geplant werden kann.

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Ein Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts führt in einem Maschinenraum einen 3D-Scan durch.

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„Wir nutzen verschiedene Geräte wie 3D-Laserscanner oder Stereokameras, um ein möglichst exaktes Abbild des realen Schiffes im Computer zu erzeugen“, erklärt Uwe Freiherr von Lukas vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (Fraunhofer IGD). Dieses Modell bilde dann die Grundlage für das Einpassen neuer Teile oder den Austausch von Aggregaten. Partner aus Industrie und Forschung würden an dem Projekt mitarbeiten.

Laut von Lukas ist die Schifffahrt im Allgemeinen ein guter Markt für die Anbieter von 3D-Technik. Grund sei insbesondere der zunehmende Umweltschutz: So gebe es bald neue gesetzliche Regelungen, das Ballastwasser nicht mehr unbehandelt ins Meer leiten zu dürfen oder die Abgaswerte der Schiffe zu senken. Für viele Reeder würde das bedeuten, sie müssten ihre Schiffe nachrüsten. „Mit 3D-Technik lässt sich gut planen, wo die Reinigungsanlagen möglichst effizient eingebaut werden können“, betont von Lukas. Hinzu komme, dass die Rohstoffe immer knapper werden. Der Abbau seltener Erden sowie von Erdöl und -gas könne deshalb künftig verstärkt unter Wasser erfolgen. Auch für die Meerestechnik sei neuartige 3D-Computergrafik nötig.

Das Fraunhofer IGD forscht seit langem auf dem maritimen Gebiet und ist ein Vorreiter in der 3D-Technik. Die nutzen auch immer mehr Werften im Land. Denn mit komplexen 3D-Modellen können sie ihre Produkte, wie Schiffsneubauten, potenziellen Kunden anschaulicher präsentieren. Der Datenaustausch ist zwischen Zulieferer und Werften noch etwas schwierig, weil es kein einheitliches Datenformat gibt — auch daran arbeiten die Fraunhofer-Forscher zurzeit.

Während die 3D-Technik in der Unterhaltungsbranche boomt, wird sie in der Industrie aus Kostengründen noch nicht so häufig eingesetzt. „Doch das wird sich ändern“, ist von Lukas überzeugt. Grund: Die Technik entwickle sich weiter und werde billiger. Deshalb rechnet die Branche in den kommenden Jahren mit rasanten Wachstumsraten von bis zu 30 Prozent.

Forschen im Netzwerk
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung startete vor drei Jahren das Projekt „3D maritim“ — ein Netzwerk von IT-Firmen, Forschungseinrichtungen und Anwendern. Gemeinsam treiben sie den Einsatz von 3D in der maritimen Technik voran und entwickeln neue Dienstleistungen. Am 29. August findet in Rostock die Konferenz und Ausstellung „Go-3D — Computertechnik für die Praxis“ statt. 120 Teilnehmer aus ganz Deutschland werden erwartet.

 

 

Kerstin Schröder

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