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Seewirtschaft WTO: Illegale Fischerei stoppen
Nachrichten Wirtschaft Seewirtschaft WTO: Illegale Fischerei stoppen
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01:18 11.12.2017
Genf

Rotbarsch fangfrisch, filetiert, tiefgefroren: Der Tiefseefisch gehört zum Standardangebot in deutschen Geschäften. Weil die Bestände aber überfischt sind, schlägt die Umweltstiftung WWF Alarm: „Lieber nicht“, heißt es im WWF-Einkaufsratgeber „Fische und Meeresfrüchte“ über den Rotbarsch. Eine Ursache der Überfischung ist illegale Fischerei, teils staatlich subventioniert, wie Meeresschützer betonen. „Die europäischen Steuerzahler finanzieren die Plünderung der Meere vor Westafrika mit“, urteilt Greenpeace.

Fischer bereiten ihre Fangnetze für die nächste Fahrt vor. Quelle: Foto: Dpa

Immer wieder werden bei Hafenkontrollen Industrieschiffe erwischt, die illegal in wenig überwachten Regionen gefischt haben, oft vor den Küsten von Entwicklungsländern. So weite Fahrten seien nur lukrativ, weil Länder ihre Fangflotten zum Beispiel mit Treibstoff-Subventionen stützen, sagen Kritiker. Dem will die Welthandelsorganisation (WTO) bei ihrer Ministertagung in Buenos Aires, die gestern begann, einen Riegel vorschieben. Die Uhr tickt: Die UN-Mitglieder haben sich bei ihren nachhaltigen Entwicklungszielen vor zwei Jahren darauf geeinigt, schädliche Fischereisubventionen bis 2020 abzuschaffen. „Es ist eine einmalige Gelegenheit für WTO-Mitglieder, nach jahrzehntelangen Verhandlungen durch Fischereisubventionen verursachte Handelsverzerrungen und Umweltzerstörung zu beenden“, so die Umweltstiftung WWF. Rund 40 Prozent des Fischfangs weltweit werden international gehandelt. „Die Subventionen beflügelten das illegale Geschäft“, sagt Cornelia Nauen, Meeresökologin und Vorsitzende der Organisation  Mundus maris, die sich für nachhaltige Meeresbewirtschaftung einsetzt. „Und die schwarzen Schafe kommen nicht nur aus Asien, auch europäische Schiffe sind darunter.“

Weil die Bestände schwinden, müssten noch mehr Schiffe noch weiter rausfahren, um Fang einzuholen, was die Bestände noch schneller sinken lasse – eine fatale Abwärtsspirale, nennt das die Deutsche Meeresstiftung.

Ein Drittel der Fischbestände sind überfischt, schätzt die Welternährungsorganisation (FAO), weitere 58 Prozent bis an die Grenze der Belastbarkeit ausgebeutet. Die Subventionen wurden 2009 in einer Studie für das Europaparlament weltweit auf 30 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

C. Oelrich

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