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Wenn Seefahrt nicht lustig ist: Tipps gegen Seekrankheit

Rostock Wenn Seefahrt nicht lustig ist: Tipps gegen Seekrankheit

„Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt, die ist schön“ – in diesen Liedklassiker kann nicht jeder, der in See sticht, einstimmen.

Rostock. „Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt, die ist schön“ – in diesen Liedklassiker kann nicht jeder, der in See sticht, einstimmen. Schon gar nicht, wenn er vor Übelkeit über der Reling hängt und sprichwörtlich die Fische füttert. Die Diagnose Seekrankheit hat schon so manchem den Spaß an Bord vermasselt. Ursache ist, dass der Körper bei Seegang widersprüchliche Reize verarbeiten muss: Das Auge sieht das feststehende Deck, das Gleichgewichtsorgan im Ohr und andere Rezeptoren melden Wellenbewegung. Die Diskrepanz hat Folgen: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Blässe und Erbrechen zählen zu den häufigsten Symptomen. Sie können nicht nur Bootsneulinge, sondern auch gestandene Seebären treffen, sagt Tobias Schuldt, Oberarzt in der HNO-Klinik der Unimedizin Rostock. Seekrankheit ist eine Variante der Reisekrankheit. Der Mediziner spricht von Kinetose. „Neun von zehn trifft's mindestens einmal im Leben. Mich selbst hat’s auch schon mal erwischt“, sagt Schuldt. Leidenden rät er, unbedingt an Deck zu gehen. „Suchen Sie den Blick in die Weite zum Horizont, das hilft.“ Viele versuchen, mit Medikamenten der Seekrankheit vorzubeugen. Pflaster, Tabletten und Zäpfchen – die Bandbreite ist groß. Antihistamine seien wirkungsvoll. „Die gibt es als Kaugummi. Sie können aber müde machen“, sagt Schuldt. Welches Präparat sich zu nehmen lohnt, hängt vom Patienten ab. Wer eine Seereise antritt, sollte sich daher vorab vom Arzt oder Apotheker beraten lassen. Wem trotz Medizin übel wird, dem empfiehlt Tobias Schuldt Akupressur. Der Druck auf einen bestimmten Punkt am Handgelenk könne einen wirkungsvollen Gegenreiz zur Kinetose schaffen.

Auch Hausapotheke könnte helfen. Manch einer habe gute Erfahrungen damit gemacht, Ingwerwurzel zu kauen. Und die eigne sich im Gegensatz zu manchen Präparaten auch für Kinder, sagt Schuldt.

Auch wenn Betroffenen der Seegang buchstäblich auf den sensiblen Magen schlägt, aufs Essen verzichten sollten Reisende nicht. Empfehlenswert sei leichte Kost. Und Reisen auf größeren Pötten: Die Wahrscheinlichkeit, seekrank zu werden, ist auf Kreuzfahrtschiffen nämlich viel geringer als auf kleinen Segelyachten.

Antje Bernstein

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