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Wirtschaft Sewing fordert Kampfgeist von seinen Mitarbeitern
Nachrichten Wirtschaft Sewing fordert Kampfgeist von seinen Mitarbeitern
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10:31 09.04.2018
Der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, John Cryan (links) mit seinem Nachfolger Christian Sewing. Quelle: dpa
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Berlin

Der neue Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, hat seine Mitarbeiter auf schwere Zeiten eingeschworen. „Mit Blick auf die Erträge müssen wir unsere Jägermentalität zurückgewinnen, uns in allen Geschäftsbereichen steigern und die Messlatte wieder höher legen“, schrieb er in einer Nachricht an seine Mitarbeiter, die am Montag veröffentlicht wurde.

„Es gibt nichts, worauf wir uns ausruhen können“, heißt es in der Mitteilung weiter. Deutschlands größte Bank müsse schneller und klarer entscheiden und besser zusammenarbeiten. Der Start ins Jahr 2018 sei solide gewesen, „aber „solide“ darf nicht unser Anspruch sein“. Sewing war am späten Sonntagabend zum Nachfolger des bisherigen Vorstandsvorsitzenden John Cryan ernannt worden.

Cryan verlässt Bank zum Ende des Monats

Er dankte dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden John Cryan „für unsere fast drei gemeinsamen Jahre im Vorstand und für seinen enormen Einsatz für unsere Bank“. Cryan wird die Deutsche Bank bereits Ende April verlassen. Auf dem Führungsposten des Dax-Konzerns hatte er zwar viele gefährliche Rechtsstreitigkeiten aus den Zeiten der Finanzkrise erledigen und das dünn gewordene Kapitalpolster kräftig aufstocken können. Es war ihm aber nicht gelungen, das schwächelnde Kapitalmarktgeschäft anzukurbeln – den einstigen Gewinnbringer. Drei Jahre in Folge schrieb die Bank tiefrote Zahlen.

„Mehr auf Kunden konzentrieren“

In seiner Mitteilung an die Mitarbeiter schreibt Sewing, die Deutsche Bank müsse sich wieder mehr auf ihre Kunden konzentrieren: „Sie sind es, für die wir da sind. Ihnen sollten wir überzeugende Lösungen und nicht nur Produkte bieten. Wenn wir für unsere Kunden Wert schaffen, dann haben wir unseren Anteil daran verdient – aber auch nur dann.“

Aktienkurs steigt

Bei den Aktionären der Deutschen Bank hat der Chefwechsel am Montag Aufbruchstimmung geweckt. Die Papiere schnellten im frühen Handel um mehr als 3 Prozent auf bis zu 11,80 Euro nach oben. Das bedeutete den ersten Platz im Dax.

Die Aktien des Dax-Konzerns waren im ersten Quartal um zeitweise 30 Prozent gefallen. in Richtung ihres Rekordtiefs aus dem Herbst 2016 gefallen. Sie standen zum teil unter 11 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 – vor dem Beginn der Weltfinanzkrise – hatten die Papiere noch mehr als 100 Euro gekostet.

Sewing: Vom Azubi zum Vorstandsvorsitzenden

Christian Sewing soll es richten. Der 47-jährige Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank soll als neuer Vorstandschef das Institut nach drei Verlustjahren wieder zurück auf Erfolgskurs führen. Erstmals seit dem früheren Bankchef Rolf Breuer sitzt damit wieder ein Manager in der Topetage der Frankfurter Zwillingstürme, der das Geldhaus von Beginn seiner Karriere an kennt.

Bis auf ein zweijähriges Intermezzo bei der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank verbrachte Sewing sein Berufsleben bei der Deutschen Bank. Von der Ausbildung als Bankkaufmann über ein berufsbegleitendes Studium an der Bankakademie in Bielefeld und Hamburg führte ihn sein Weg bis in das oberste Führungsgremium.

Seit 2015 sitzt der Manager im Vorstand des Instituts. Im vergangenen März wurde er ebenso wie Marcus Schenck, der das Investmentbanking verantwortet, zum stellvertretenden Vorstandschef befördert.

Erfahrungen im Ausland sammelte der begeisterte Tennisspieler unter anderem in Singapur, Toronto, Tokio und London. Sewing arbeitete im Risikomanagement und kennt daher auch das Investmentbanking - aktuell das Sorgenkind des Konzerns.

Gemeinsam mit Postbank-Chef Frank Strauß verantwortet Sewing auch die Integration der Bonner Tochter in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns, nachdem ein ursprünglich geplanter Verkauf im vergangenen Jahr kassiert worden war.

Dabei schreckt der gebürtige Westfale nicht vor harten Einschnitten zurück. Die endgültigen Zahlen stehen zwar noch nicht fest, aber ohne Stellenabbau wird es nicht gehen, das hat Sewing bereits klar gemacht. Neben dem Firmen- und Privatkundengeschäft zählt zu seinem bisherigen Bereich auch das lukrative Geschäft mit Vermögenden (Wealth Management).

Der Fan des Bundesliga-Serienmeisters Bayern München wohnt unter der Woche in Frankfurt und pendelt am Wochenende zu seiner Familie, die derzeit in Osnabrück lebt.

Von dpa/RND/ang

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