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Shell & Co. bunkern Öl auf Supertankern

London Shell & Co. bunkern Öl auf Supertankern

Das weltweite Überangebot an billigem Erdöl bringt die Händler der Branche auf Ideen: In der Hoffnung auf anziehende Preise, mieten sie derzeit verstärkt Supertanker ...

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Der unter der Billigflagge Liberias fahrende Supertanker „Sirius Star“.

Quelle: William Stevens/dpa

London. Das weltweite Überangebot an billigem Erdöl bringt die Händler der Branche auf Ideen: In der Hoffnung auf anziehende Preise, mieten sie derzeit verstärkt Supertanker an, um den Rohstoff erst einmal auf hoher See zu lagern, berichtet „Spiegel online“. Zu den Unternehmen gehören der Nachrichtenagentur Reuters zufolge der größte unabhängige Ölhändler Vitol und die in der Schweiz ansässige Trafigura, aber auch der Energiekonzern Shell.

Vitol etwa buchte mit der „TI Oceania“ einen der größten Supertanker überhaupt, der ein Fassungsvermögen von drei Millionen Barrel hat, das sind fast eine halbe Milliarde Liter. Trafigura sicherte sich mit der „Nave Synergy“ ebenfalls einen Megatanker und Shell buchte mit der „Xin Run Yang“ und der „Xin Tong Yang“ gleich zwei solcher Schiffe.

Den Schifffahrtslisten zufolge kosten die Tanker zum Teil deutlich weniger Miete als sonst üblich, da es sich oft um ältere Schiffe und um langfristige Mietverträge von bis zu zwölf Monaten handelt.

Die Händler konnten die Mieten von weniger als 40000 Dollar am Tag aushandeln, was 20000 bis 30000 Dollar unter dem jüngsten Durchschnitt liegt. Die Händler spekulieren auf einen Anstieg des zuletzt bis um die Hälfte gefallenen Erdölpreises. So kostet ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordseemarke Brent zur Lieferung Ende 2015 acht Dollar mehr als derzeit am Spot-Markt. Dort war der Preis zuletzt auf 49,66 Dollar pro Barrel gefallen und lag damit so tief wie seit 2009 nicht mehr. Insgesamt wurden nach ersten Schätzungen bislang zwischen zwölf und 15 Millionen Barrel an Lagerkapazitäten auf See gebucht. Und es gebe weitere Anfragen, heißt es laut Reuters aus den Schifffahrtskreisen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Händler Öl für einen späteren Verkauf bunkern: Beim letzten Ölpreisverfall 2009 hatte es mehr als hundert Millionen Barrel Lagerkapazität auf See gegeben.

 



OZ

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