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Wirtschaft Siemens-Chef Kaeser sagt Teilnahme an Riad-Konferenz ab
Nachrichten Wirtschaft Siemens-Chef Kaeser sagt Teilnahme an Riad-Konferenz ab
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15:03 22.10.2018
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, nimmt nicht an der Riad-Konferenz teil. Quelle: Peter Kneffel/dpa
Berlin

Nach internationaler Empörung über den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi hat Siemens-Chef Joe Kaeser einen Besuch in Saudi-Arabien abgesagt. „Es ist die sauberste Entscheidung, aber nicht die mutigste“, schrieb Kaeser am Montag auf „Linkedin“. Der Siemens-Chef wollte ursprünglich an einer großen Konferenz der saudischen Regierung teilnehmen, zu der Unternehmenslenker und Investoren aus aller Welt geladen sind.

In seiner Erklärung erklärt er diesen Schritt wie folgt: „Manchmal gibt es Situationen, in denen kann man nicht gewinnen, jede Option ist dann falsch. Der Tod von Jamal Khashoggi ist eine solche Situation.“ Er habe tausende Emails bekommen, in denen er aufgefordert wurde, die Teilnahme an der Konferenz abzusagen. Als er dann vom Tod des Journalisten erfahren habe, „war mir klar, dass wir nicht einfach weitermachen können.“

„Keine Entscheidung gegen das Königreich“

Kaeser begründete auch sein anfängliches Zögern: Er habe die Interessen alller Beteiligten berücksichtigen wollen: die Ziele und den Ruf von Siemens, die Partnerschaft mit den Kunden in der arabischen Welt und dem saudischen Königreich, eine geschäftliche Chance mit einem Wert von bis zu 30 Milliarden Dollar bis 2030 und tausende von Arbeitsplätzen in Saudi-Arabien und anderswo.

„Und es ist keine Entscheidung gegen das Königreich oder dessen Volk“, schrieb Kaeser. „Aber jetzt muss die Wahrheit (über das Verschwinden Khashoggis) herausgefunden und der Gerechtigkeit Genüge getan werden.“

Lesen Sie auch: Saudi-Arabien: Die dunkle Seite des Prinzen

Vor Kaeser hatten bereits andere prominente Manager ihre Reise nach Riad abgesagt. Kaeser war in Politik und Medien in die Kritik geraten, weil er seine Teilnahme nicht schon früher abgesagt hatte. Saudi-Arabien ist für Siemens ein Milliardenmarkt, derzeit ist das Unternehmen dort an zwei Großprojekten beteiligt: dem Bau eines Gaskraftwerks und der neuen U-Bahn in der Hauptstadt Riad.

Von RND/dpa/lf

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