Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Siemens bringt Medizintechnik in Frankfurt an die Börse
Nachrichten Wirtschaft Siemens bringt Medizintechnik in Frankfurt an die Börse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:03 29.11.2017
Siemens-Vorstand Michael Sen: „Frankfurt ist eines der weltweit größten Wertpapierhandelszentren, dessen Bedeutung vor dem Hintergrund des Brexit weiter zunehmen wird.“ Quelle: Rolf Vennenbernd
Anzeige
München

Siemens will seine Medizintechnik-Sparte in Frankfurt an die Börse bringen und nicht in den New York. Betriebsrat und IG Metall reagierten erleichtert.

Der Aufsichtsrat beschloss, den Börsengang für die erste Jahreshälfte 2018 in Frankfurt vorzubereiten. Dafür werde die Siemens Healthineers AG gegründet. Die Vorbereitungen für den Börsengang lägen voll im Plan, Strategie und Management-Team stünden.

Der Elektrokonzern sieht in dem umsatzstarken und profitablen Geschäft mit Computertomographen und anderer Medizintechnik wenig Synergien mit dem industriellen Kerngeschäft. Mit dem Börsengang bekomme die Sparte unternehmerische Flexibilität und Zugang zum Kapitalmarkt, um profitabel zu wachsen, sagte Siemens-Vorstand Michael Sen. Nach seinen bisherigen Aussagen wird Siemens „mittelfristig die Führung behalten“.

Siemens Healthcare-Betriebsratschefin Dorothea Simon sagte: „Diese Entscheidung ist eine gute Nachricht für die rund 12 000 Beschäftigten von Healthineers in Deutschland.“ Ihr Unternehmen bekomme neues Kapital und hervorragende Aussichten auf einem schnell wachsenden Zukunftsmarkt. Mitbestimmung, Tarif- und Arbeitsbedingungen blieben erhalten.

Aufsichtsratsmitglied Reinhard Hahn betonte: „An der Wall Street wäre die Mitbestimmung auf Unternehmensebene gekippt worden.“ Der Börsengang der Medizinsparte zeige, dass sich wirtschaftliche Weichenstellungen und die Interessen der Beschäftigten „durchaus unter einen Hut bringen lassen - wenn das Management offen für einen konstruktiven Austausch ist“, sagte der Gewerkschafter mit Blick auf den Streit über den Abbau von 6900 Stellen in der Kraftwerkssparte.

Analysten schätzen den Wert der Sparte auf 40 Milliarden Euro und sehen gute Chancen für eine Aufnahme in den Leitindex Dax. Die Sparte erwirtschaft mit weltweit 47 000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 14 Milliarden Euro, den größten Teil davon in den USA.

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte überlegt, die Medizintechnik in den USA an die Börse zu bringen. Damit hätte er sich aber den US-Börsenregeln unterwerfen müssen und einen neuen Konflikt mit den deutschen Arbeitnehmern riskiert. Sen sagte: „Frankfurt ist eines der weltweit größten Wertpapierhandelszentren, dessen Bedeutung vor dem Hintergrund des Brexit weiter zunehmen wird.“

dpa

Mehr zum Thema

Drei Jahre von der Infektion bis zur HIV-Diagnose - so lange dauert es bei der Hälfe aller Infizierten, bevor sie den Kampf gegen die Krankheit aufnehmen können. Viel zu lang, warnen Experten.

28.11.2017

Was sind die größten Irrtümer über Depressionen? Eine Umfrage überrascht, wie groß der Informationsbedarf über die Krankheit in Deutschland immer noch ist. Hilft der Griff zu Süßigkeiten?

28.11.2017

Jahrelang ging die Zahl der Klinikeinweisungen wegen Alkoholvergiftung bei Jugendlichen zurück. Nun gibt es eine Trendwende. Eine Krankenkasse zeigt sich alarmiert.

29.11.2017

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 29.11.2017 um 17:56 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

29.11.2017

Der Verkauf der deutschen Tochter Opel an den französischen PSA-Konzern könnte für den US-Autobauer General Motors (GM) laut einem Medienbericht ein teures Nachspiel haben. Fühlen sich die Franzosen übers Ohr gehauen?

29.11.2017

Monatliche Rate statt hoher Einmalpreis: 40 Prozent der Neuzulassungen sind mittlerweile Leasing-Fahrzeuge. Kunden sollten beim Vertragsabschluss aber auf die Details achten – denn sonst kann es teuer werden.

29.11.2017
Anzeige